Öldruckproblematik

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Endlich: Grund des fehlenden Öldrucks !!!

geschrieben von: Erich

Datum: 15. April 2010 21:41

Hallo MB100-Kollegen,

... der gute MB100 .... der Öldruck auch bei hoher Drehzahl gerade mal noch auf 1,5 Bar stieg...!!!

Erst hatte ich leichte Probleme, den unter der Ölwanne verlaufenden Drehstab von den Querlenkern zu trennen (mit der Flex hatten die beiden Drehstab-Gestänge jedoch keine Chance),die stirnseitig an der Ölwanne befestigte Spannmechanik der Servopumpe ist schnell abgeflanscht, die vielen Inbusschrauben der Ölwanne ließen sich glücklicherweise mit ordentlichem Werkzeug gut lösen und auch das manchmal schon erlebte schwierige Ablösen der Ölwanne war kein Thema.

Nach kurzer Zeit lag die Ölwanne neben mir, innen erstaunlich sauber, keinerlei Ölschlamm oder sonstige "Fremdkörper",fast wie ausgewaschen !

Gleiches gilt übrigens auch für das zuvor komplett vom Motorblock demontierte und in Einzelteile zerlegte Ölfiltergehäuse.

Wegen der langen Zeit des fehlenden Öldruckes und der seither mehr als 4.000 gefahrenen km befürchtete ich Späne der mangelhaft geschmierten Pleuellager, welche eventuell im Filter sichtbar gewesen wären.

Fehlanzeige: Absolut sauber !


Nebenbei: Der Motor hat ca. 220.000 km, wurde oft unter harten Bedingungen bewegt. (Wohnmobil, immer vollbeladen im Urlaub, stundenlange Wüstenfahrten mit Standgas,schnelle Autobahnfahrten im heißen Süden, viele europäische Gebirge hoch und runter, extreme Kurzstrecken im heimischen Schwarzwald etc...)

So, nachdem also die Ölwanne weg war, folgte der prüfende Blick in den Ansaugschnorchel der Ölpumpe: Absolut sauber und frei, also wohl o.k.

Dann checkte ich die Befestigung der Ölpumpe,welche ebenfalls bombenfest saß.

Blieb die letzte Hoffnung an der Unterseite des offenen OM616: Das Überdruckventil, direkt an der Unterseite der Ölpumpe eingeschraubt...

Ich schraubte es heraus und es war schlagartig Weihnachten !!!

Das Überdruckventil hat seitlich, jeweils 120° versetzt, drei Bohrungen, welche ein innenliegender Kolben normalerweise verschließt.

Dieser federunterstützte Kolben wird vom eventuell zu hohen Druck der Ölpumpe bewegt und gibt dann die seitlichen Bohrungen frei, wodurch der Druck notfalls abgesenkt wird.

Und genau dieser Kolben klemmte in halber Höhe, sodass eine der in verschiedenen Höhen befindlichen, seitlichen Bohrungen ständig offenstand und so der Druck dort immer und ungehindert den kurzen Weg in die Ölwanne zurück nahm, ohne vorschriftsmäßig durch den Motor zu fließen !!!

Hier ein Bild des klemmenden Überdruckventils:

[www.mb100.de]

Ein beherzt seitlich eingesetzter, kleiner Schraubenzieher "entriegelte" der Kolben wieder, der schlicht geklemmt hatte....

Nun läuft der Kolben wieder, wie wenn nichts gewesen wäre. Selbstverständlich erneuere ich natürlich das komplette Ventil...!

Worüber ich noch schlafen muß: Jetzt wäre der ideale Zeitpunkt, trotz der Unauffälligkeiten die Pleuellager-Halbschalen zu erneuern. Es ist kein Hexenwerk, in Summe 8 Schrauben zu lösen und 8 Halbschalen zu tauschen..., mal sehen, denn zweifellos sind diese Lager auch bei gesunden Motoren mit hoher Laufleistung belastet...

Soweit also ein aktueller Stand mit endlich positiver Wendung.

Wenn der Gute wieder lauffähig ist, melde ich mich nochmal.

Schöne Grüße, Erich