Radlager-Reparatur hinten: Unterschied zwischen den Versionen

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[https://archiv.mb100.de/index.php/Haftungsausschluss Haftungsausschluss]
== hinteres Radlager ==
geschrieben von: ThoK
Datum: 31. Oktober 2009 16:25
Hallo,
ich habe gerade mal meine hinteren Handbremszüge überholt und dabei festgestellt, dass sich hinten rechts Fett aus dem Radlager austritt.
Für die Bremsen ist das zwar unerheblich, aber so kann ich ja darauf warten, dass sich das Radlager verabschiedet.
Beim Drehen ohne Belastung gibt es auch leichte Geräusche.
Lange Rede kurzer Sinn, ich werde vor der nächsten grösseren Fahrt das Radlager tauschen.
Im Wiki konnte ich nichts finden, die Suche war auch nicht sehr hilfreich, der Bucheli klingt fürchterlich kompliziert.
Was sollte ich an Spezialwerkzeugen haben?
Der Bucheli schreibt was von einem Zackenschlüssel. Muss man den haben / hat den Jemand?
Hat Jemand eine gute Schnittdarstellung von dem hinteren Radlager?
Grüße
ThoK
[https://forum.mb100.de/read.php?1,63457,63457#msg-63457 hinteres Radlager defekt]
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== hinteres Radlager - Reparatur ==
== hinteres Radlager - Reparatur ==
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Datum: 08.11.09 15:45
Datum: 08.11.09 15:45


[https://forum.mb100.de/read.php?1,63642,63642,quote=1#REPLY Radlager-Repratur hinten]
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'''Achtung ! Hier beschrieben ist das hintere
'''Achtung ! Hier beschrieben ist das hintere Radlager bis FG Nr. 128165. Bei späteren braucht man einen anderen Satz. Die Durchmesser haben sich verändert. Auch entfällt der Abstandsring und der Verschleißring.'''
Radlager bis FG Nr. 128165.
 
Bei späteren braucht mana einen anderen Satz. Die
Durchmesser haben sich verändert. Auch entfällt
der Abstandsring und der Verschleißring.'''


Hallo,
Hallo,
hier mein Bericht von der Reparatur des hinteren
Radlagers.


Ich habe neulich meine Handbremszüge gereinigt und
hier mein Bericht von der Reparatur des hinteren Radlagers.
geölt, da ich letztes Jahr massive Probleme mit
 
Einfrieren der Handbremse hatte. Dazu mussten
Ich habe neulich meine Handbremszüge gereinigt und geölt, da ich letztes Jahr massive Probleme mit Einfrieren der Handbremse hatte.  
natürlich die Trommeln runter und da sah ich auf
 
der rechten Seite dreckige Fettreste auf der Nabe.
Dazu mussten natürlich die Trommeln runter und da sah ich auf der rechten Seite dreckige Fettreste auf der Nabe.
Also, Simmering kaputt und wenn nicht gewechselt,
 
sicher auch bald Radlager kaputt. Da Fett in der
 
hinteren Bremse nichts zu suchen hat, musste ich
Also, Simmering kaputt und wenn nicht gewechselt, sicher auch bald Radlager kaputt.  
natürlich was ändern.
 
> [www.mb100.de]
Da Fett in der hinteren Bremse nichts zu suchen hat, musste ich natürlich was ändern.
eres+Radlager/S500RL003.JPG
 
Ich habe mir einen Radlagersatz QWB199 von QH bei
 
KfzTeile24.de bestellt. Das ist zwar bei weitem
https://archiv.mb100.de/images/2/24/ThoK_Radlager_hinten_1.JPG
nicht der billigste, aber den billigsten Sätzen
 
traue ich nicht über den Weg. Hier kommt es doch
Ich habe mir einen Radlagersatz QWB199 von QH bei KfzTeile24.de bestellt.  
sehr auf Material, Härtung und Passgenauigkeit an.
 
Wenn ich schon die Lager tausche, will ich danach
Das ist zwar bei weitem nicht der billigste, aber den billigsten Sätzen traue ich nicht über den Weg.  
auch Ruhe haben. Der Satz ist völlig i.O. Kann ich
 
empfehlen. Dazu gehört ein Innenlager (Groß), Ein
Hier kommt es doch sehr auf Material, Härtung und Passgenauigkeit an.
Außenlager (Klein) und ein Simmering. Das Fett
sollte man einzeln besorgen. Ich nehme bei
Wenn ich schon die Lager tausche, will ich danach auch Ruhe haben.  
Radlagern nur hitzefestes lithiumverseiftes Fett.
 
Der Satz ist völlig i.O.  
 
Kann ich empfehlen.  
 
Dazu gehört ein Innenlager (Groß), Ein Außenlager (Klein) und ein Simmering.  
 
Das Fett sollte man einzeln besorgen.  
 
Ich nehme bei Radlagern nur hitzefestes lithiumverseiftes Fett.
 
Einfaches Allzweckfett ist hier überfordert.
Einfaches Allzweckfett ist hier überfordert.
> [www.mb100.de]
teres+Radlager/S500RL037.JPG
Also los ging es. Ich bin bekennender
Freiluftschrauber, glücklicherweise war es die
Markisenseite. Das Wetter war nicht toll.
> [www.mb100.de]
teres+Radlager/S500RL001.JPG
Dann mal Rad ab und Bremstrommel runter. Die gehen
bei mir eigentlich immer mit etwas ruckeln einfach
ohne Hilfsmittel von Hand ab.
Anschließend vorsichtig mit großem Schraubenzieher
und Hammer die Fettkappe runter. Wenn die Trommel
runter ist, geht das eigentlich ganz gut, da man
von hinten klopfen kann.
> [www.mb100.de]
> teres+Radlager/S500RL004.JPG
Dann die erste Mutter gelöst, Sicherungsblech
entfernt und die 2. Mutter gelöst.


> [www.mb100.de]
https://archiv.mb100.de/images/6/69/ThoK_Radlager_hinten_2.JPG
> teres+Radlager/S500RL005.JPG
 
> [www.mb100.de]
 
> teres+Radlager/S500RL006.JPG
Also los ging es.  
> [www.mb100.de]
 
> teres+Radlager/S500RL008.JPG
Ich bin bekennender Freiluftschrauber, glücklicherweise war es die Markisenseite.  
>
 
Als nächstes ging es an das Abziehen. Mein
Das Wetter war nicht toll.
Abzieher ist nicht der stabilste, ging aber
 
einwandfrei. Unter kleiner als 150 sollte er aber
https://archiv.mb100.de/images/8/8f/ThoK_Radlager_hinten_3.JPG
nicht sein.
 
> [www.mb100.de]
Dann mal Rad ab und Bremstrommel runter.  
> teres+Radlager/S500RL009.JPG
 
> [www.mb100.de]
Die gehen bei mir eigentlich immer mit etwas ruckeln einfach ohne Hilfsmittel von Hand ab.
> teres+Radlager/S500RL010.JPG
 
>
Anschließend vorsichtig mit großem Schraubenzieher und Hammer die Fettkappe runter.  
Da offenbarte sich auch schon die Ursache. Die
 
Feder im Simmering defekt. an den schwarzen
Wenn die Trommel runter ist, geht das eigentlich ganz gut, da man von hinten klopfen kann.
Fettspuren erkennt man auch schon den, sich
 
ankündigenden, Schaden.
https://archiv.mb100.de/images/b/b6/ThoK_Radlager_hinten_4.JPG
> [www.mb100.de]
 
teres+Radlager/S500RL019.JPG
Dann die erste Mutter gelöst, Sicherungsblech entfernt und die 2. Mutter gelöst.
> [www.mb100.de]
 
> teres+Radlager/S500RL016.JPG
https://archiv.mb100.de/images/c/c6/ThoK_Radlager_hinten_5.JPG
>
 
Theoretisch hätte ich jetzt eigentlich nur den
https://archiv.mb100.de/images/7/77/ThoK_Radlager_hinten_6.JPG
Simmering wechseln können, aber ich habe die Lager
 
gleich mit gewechselt. Also, das Lager, welches
https://archiv.mb100.de/images/7/7e/ThoK_Radlager_hinten_7.JPG
noch auf der Achse sitzt abgezogen und den alten
 
Simmering entfernt.
 
Als nächstes ging es an das Abziehen.  


> [www.mb100.de]
Mein Abzieher ist nicht der stabilste, ging aber einwandfrei.  
> teres+Radlager/S500RL020.JPG
>
Da kam auch der Verschleißring zum Vorschein. Der
bereitete mir vorher etwas Kopfschmerzen. Die
Bezeichnung weisst ja darauf hin, daß man den
vielleicht auch wechseln sollte. Das ist Quatsch,
der verschleißt nicht. Also, Simmering,
Abstandsring und Verschleißring runtergenommen.
>
> [www.mb100.de]
> teres+Radlager/S500RL030.JPG
>
Als nächstes galt es die Lagerschalen vorsichtig
mit dem großen Schraubenzieher und Hammer
auszutreiben.


> [www.mb100.de]
Unter kleiner als 150 sollte er aber nicht sein.
> teres+Radlager/S500RL032.JPG
>
Alles schön gesäubert und die neuen Lagerschalen
eingetrieben. Als Hilfe eignen sich perfekt die
alten Lagerschalen.
>
> [www.mb100.de]
> teres+Radlager/S500RL038.JPG
>
Dann das innere Lager rein, alles gut einfetten,
30g Fett zwischen die Lager, Abstandsring und
Simmering eintreiben (vorsichtig mit Brettchen).


> [www.mb100.de]
https://archiv.mb100.de/images/6/6c/ThoK_Radlager_hinten_8.JPG
> teres+Radlager/S500RL042.JPG
>
Dann den Verschleißring aufsetzen, das äußere
Lager einfetten und aufsetzen und das ganze schön
langsam auftreiben. Dazu nimmt man am besten ein
passendes Rohr.
>
> [www.mb100.de]
> teres+Radlager/S500RL043.JPG
> [www.mb100.de]
> teres+Radlager/S500RL045.JPG
> [www.mb100.de]
> teres+Radlager/S500RL046.JPG
>
Als nächstes habe ich schön nach Anleitung die
Messuhr aufgesetzt. Das ist aber Unfug. Die Lager
sitzen so straff, daß da kein Spiel messbar ist.
Also nach Anleitung 2 verfahren. Die erste Mutter
fest ziehen, 1/8 Umdrehung lösen und mit
Sicherungsblech verstemmen. Dann die 2. Mutter
aufsetzen, mit 80 Nm anziehen und verstemmen. So
sollte sich ein Spiel von ca. 5/100 einstellen.


> [www.mb100.de]
https://archiv.mb100.de/images/a/a7/ThoK_Radlager_hinten_9.JPG
> teres+Radlager/S500RL047.JPG
>
Anschließend die Fettkappe etwas mit Fett füllen
und wieder aufsetzen.


> [www.mb100.de]
 
> teres+Radlager/S500RL049.JPG
Da offenbarte sich auch schon die Ursache.
>
 
Nun alles schön wieder zusammenbauen und fertig
Die Feder im Simmering defekt.
ist`s.
 
>
An den schwarzen Fettspuren erkennt man auch schon den, sich ankündigenden, Schaden.
Achtung ! Hier beschrieben ist das hintere
 
Radlager bis FG Nr. 128165.
https://archiv.mb100.de/images/6/65/ThoK_Radlager_hinten_10.JPG
Bei späteren braucht mana einen anderen Satz. Die
 
Durchmesser haben sich verändert. Auch entfällt
https://archiv.mb100.de/images/7/75/ThoK_Radlager_hinten_11.JPG
der Abstandsring und der Verschleißring.
 
>
 
Weitere Bilder in meiner Galerie: Klick
Theoretisch hätte ich jetzt eigentlich nur den Simmering wechseln können, aber ich habe die Lager gleich mit gewechselt.
 
Also, das Lager, welches noch auf der Achse sitzt abgezogen und den alten Simmering entfernt.
 
https://archiv.mb100.de/images/7/73/ThoK_Radlager_hinten_12.JPG
 
 
Da kam auch der Verschleißring zum Vorschein.
 
Der bereitete mir vorher etwas Kopfschmerzen.
 
Die Bezeichnung weisst ja darauf hin, daß man den vielleicht auch wechseln sollte.
 
Das ist Quatsch, der verschleißt nicht.
 
Also, Simmering, Abstandsring und Verschleißring runtergenommen.
 
https://archiv.mb100.de/images/b/be/ThoK_Radlager_hinten_13.JPG
 
Als nächstes galt es die Lagerschalen vorsichtig mit dem großen Schraubenzieher und Hammer auszutreiben.
 
https://archiv.mb100.de/images/8/86/ThoK_Radlager_hinten_14.JPG
 
Alles schön gesäubert und die neuen Lagerschalen eingetrieben.
 
Als Hilfe eignen sich perfekt die alten Lagerschalen.
 
https://archiv.mb100.de/images/0/0a/ThoK_Radlager_hinten_15.JPG
 
Dann das innere Lager rein, alles gut einfetten, 30g Fett zwischen die Lager, Abstandsring und Simmering eintreiben (vorsichtig mit Brettchen).
 
https://archiv.mb100.de/images/b/b4/ThoK_Radlager_hinten_16.JPG
 
Dann den Verschleißring aufsetzen, das äußere Lager einfetten und aufsetzen und das ganze schön langsam auftreiben.
 
Dazu nimmt man am besten ein passendes Rohr.
 
https://archiv.mb100.de/images/9/9b/ThoK_Radlager_hinten_17.JPG
 
https://archiv.mb100.de/images/e/e8/ThoK_Radlager_hinten_18.JPG
 
https://archiv.mb100.de/images/7/78/ThoK_Radlager_hinten_19.JPG
 
 
Als nächstes habe ich schön nach Anleitung die Messuhr aufgesetzt.
 
Das ist aber Unfug.
 
Die Lager sitzen so straff, daß da kein Spiel messbar ist.
 
Also nach Anleitung 2 verfahren.
 
Die erste Mutter fest ziehen, 1/8 Umdrehung lösen und mit Sicherungsblech verstemmen.
 
Dann die 2. Mutter aufsetzen, mit 80 Nm anziehen und verstemmen.
 
So sollte sich ein Spiel von ca. 5/100 einstellen.
 
 
https://archiv.mb100.de/images/d/d9/ThoK_Radlager_hinten_20.JPG
 
Anschließend die Fettkappe etwas mit Fett füllen und wieder aufsetzen.
 
https://archiv.mb100.de/images/0/08/ThoK_Radlager_hinten_21.JPG
 
Nun alles schön wieder zusammenbauen und fertig ist`s.
 
 
 
== Achtung ! Hier beschrieben ist das hintere Radlager bis FG Nr. 128165. Bei späteren braucht man einen anderen Satz. Die Durchmesser haben sich verändert. Auch entfällt der Abstandsring und der Verschleißring. ==
 
 
Weitere Bilder in meiner Galerie: [https://www.mb100.de/gallery2/v/ThoK/Basteleien/hinteres+Radlager/?g2_page=6 Klick]


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geschrieben von: glöckchen
Datum: 13. August 2011 21:57
Hallo,
Radlager anziehen bzw. einstellen ist oft nur gefühlsache.
Lager von Hand anziehen.
Rad dabei drehen und hin und wieder mit der Hand gegen das rad "schlagen".
Wenn du das gemacht hast, nimmt du einen Passende Nuss und ziehst die Mutter etwas fest (Nicht volle Pulle anziehen!!!!!) ebenfalls das Rad dabei drehen.
Dann wieder lösen, dass du die Scheibe, die unter der Mutter ist, mit dem Schraubendreher hin und her schieben kannst (Ohne den Schraubendreher dabei als Hebel zu benutzen).
Wenn du das hast, Nimmst du das Rad in beide Hände (Oben und unten) und wackelst mal daran.
Es sollte ein Minimales Spiel spürbar sein. Ca. 2mm, wenn überhaupt.
Anderst kann ich das Leider nicht beschreiben. Ist eben Gefühlssache.
mfg
glöckchen
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geschrieben von: hageo
Datum: 15. August 2011 13:13
Es gibt nur 2 Muttern und ein Sicherungsblech.
Reihenfolge von innen nach außen:
-Auf den Innenring des Außenlagers kommt eine Mutter
-Dann kommt der Sicherungsblechring.
-Damit es auch hält, zuletzt wieder eine Mutter.
-Und wenn das Lagerspiel endlich eingestellt ist, werden die Blechlappen so umgebogen, daß einige Lappen sowohl die innere als auch die äußere Mutter an den Flächen umfassen.
Um das ganze am verdrehen zu hindern, ragt auch ein Lappen in die Rille am Zapfen.
WICHTICH:
Bei den Lagerspieleinstellversuchen IMMER drauf achten, daß das Spiel nicht gegen Null oder sogar drunter geht.
Einmal ein bißchen zu fest zugedreht: Das Kegelrollenlager hat einen anfangs unsichtbaren Dauerschaden!! Die Dinger sind echt empfindlich.
Lieber ein bißchen zuviel Lagerspiel als zu wenig!!
Es ist überhaupt kein Fehler, wenn man beim rütteln am Reifen ein bißchen Spiel fühlt.
Das darf natürlich nicht soweit gehen, daß es klackert...aber irgendwo zwischen Null und klackern darfs ruhig liegen...
Grüße!
hageo
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Aktuelle Version vom 1. Februar 2023, 21:40 Uhr

Haftungsausschluss


hinteres Radlager

geschrieben von: ThoK

Datum: 31. Oktober 2009 16:25


Hallo,

ich habe gerade mal meine hinteren Handbremszüge überholt und dabei festgestellt, dass sich hinten rechts Fett aus dem Radlager austritt.

Für die Bremsen ist das zwar unerheblich, aber so kann ich ja darauf warten, dass sich das Radlager verabschiedet.

Beim Drehen ohne Belastung gibt es auch leichte Geräusche.

Lange Rede kurzer Sinn, ich werde vor der nächsten grösseren Fahrt das Radlager tauschen.

Im Wiki konnte ich nichts finden, die Suche war auch nicht sehr hilfreich, der Bucheli klingt fürchterlich kompliziert.

Was sollte ich an Spezialwerkzeugen haben?

Der Bucheli schreibt was von einem Zackenschlüssel. Muss man den haben / hat den Jemand?

Hat Jemand eine gute Schnittdarstellung von dem hinteren Radlager?

Grüße

ThoK hinteres Radlager defekt


hinteres Radlager - Reparatur

geschrieben von: ThoK

Datum: 08.11.09 15:45

Radlager-Repratur hinten


Achtung ! Hier beschrieben ist das hintere Radlager bis FG Nr. 128165. Bei späteren braucht man einen anderen Satz. Die Durchmesser haben sich verändert. Auch entfällt der Abstandsring und der Verschleißring.


Hallo,

hier mein Bericht von der Reparatur des hinteren Radlagers.

Ich habe neulich meine Handbremszüge gereinigt und geölt, da ich letztes Jahr massive Probleme mit Einfrieren der Handbremse hatte.

Dazu mussten natürlich die Trommeln runter und da sah ich auf der rechten Seite dreckige Fettreste auf der Nabe.


Also, Simmering kaputt und wenn nicht gewechselt, sicher auch bald Radlager kaputt.

Da Fett in der hinteren Bremse nichts zu suchen hat, musste ich natürlich was ändern.


https://archiv.mb100.de/images/2/24/ThoK_Radlager_hinten_1.JPG

Ich habe mir einen Radlagersatz QWB199 von QH bei KfzTeile24.de bestellt.

Das ist zwar bei weitem nicht der billigste, aber den billigsten Sätzen traue ich nicht über den Weg.

Hier kommt es doch sehr auf Material, Härtung und Passgenauigkeit an.

Wenn ich schon die Lager tausche, will ich danach auch Ruhe haben.

Der Satz ist völlig i.O.

Kann ich empfehlen.

Dazu gehört ein Innenlager (Groß), Ein Außenlager (Klein) und ein Simmering.

Das Fett sollte man einzeln besorgen.

Ich nehme bei Radlagern nur hitzefestes lithiumverseiftes Fett.

Einfaches Allzweckfett ist hier überfordert.

https://archiv.mb100.de/images/6/69/ThoK_Radlager_hinten_2.JPG


Also los ging es.

Ich bin bekennender Freiluftschrauber, glücklicherweise war es die Markisenseite.

Das Wetter war nicht toll.

https://archiv.mb100.de/images/8/8f/ThoK_Radlager_hinten_3.JPG

Dann mal Rad ab und Bremstrommel runter.

Die gehen bei mir eigentlich immer mit etwas ruckeln einfach ohne Hilfsmittel von Hand ab.

Anschließend vorsichtig mit großem Schraubenzieher und Hammer die Fettkappe runter.

Wenn die Trommel runter ist, geht das eigentlich ganz gut, da man von hinten klopfen kann.

https://archiv.mb100.de/images/b/b6/ThoK_Radlager_hinten_4.JPG

Dann die erste Mutter gelöst, Sicherungsblech entfernt und die 2. Mutter gelöst.

https://archiv.mb100.de/images/c/c6/ThoK_Radlager_hinten_5.JPG

https://archiv.mb100.de/images/7/77/ThoK_Radlager_hinten_6.JPG

https://archiv.mb100.de/images/7/7e/ThoK_Radlager_hinten_7.JPG


Als nächstes ging es an das Abziehen.

Mein Abzieher ist nicht der stabilste, ging aber einwandfrei.

Unter kleiner als 150 sollte er aber nicht sein.

https://archiv.mb100.de/images/6/6c/ThoK_Radlager_hinten_8.JPG

https://archiv.mb100.de/images/a/a7/ThoK_Radlager_hinten_9.JPG


Da offenbarte sich auch schon die Ursache.

Die Feder im Simmering defekt.

An den schwarzen Fettspuren erkennt man auch schon den, sich ankündigenden, Schaden.

https://archiv.mb100.de/images/6/65/ThoK_Radlager_hinten_10.JPG

https://archiv.mb100.de/images/7/75/ThoK_Radlager_hinten_11.JPG


Theoretisch hätte ich jetzt eigentlich nur den Simmering wechseln können, aber ich habe die Lager gleich mit gewechselt.

Also, das Lager, welches noch auf der Achse sitzt abgezogen und den alten Simmering entfernt.

https://archiv.mb100.de/images/7/73/ThoK_Radlager_hinten_12.JPG


Da kam auch der Verschleißring zum Vorschein.

Der bereitete mir vorher etwas Kopfschmerzen.

Die Bezeichnung weisst ja darauf hin, daß man den vielleicht auch wechseln sollte.

Das ist Quatsch, der verschleißt nicht.

Also, Simmering, Abstandsring und Verschleißring runtergenommen.

https://archiv.mb100.de/images/b/be/ThoK_Radlager_hinten_13.JPG

Als nächstes galt es die Lagerschalen vorsichtig mit dem großen Schraubenzieher und Hammer auszutreiben.

https://archiv.mb100.de/images/8/86/ThoK_Radlager_hinten_14.JPG

Alles schön gesäubert und die neuen Lagerschalen eingetrieben.

Als Hilfe eignen sich perfekt die alten Lagerschalen.

https://archiv.mb100.de/images/0/0a/ThoK_Radlager_hinten_15.JPG

Dann das innere Lager rein, alles gut einfetten, 30g Fett zwischen die Lager, Abstandsring und Simmering eintreiben (vorsichtig mit Brettchen).

https://archiv.mb100.de/images/b/b4/ThoK_Radlager_hinten_16.JPG

Dann den Verschleißring aufsetzen, das äußere Lager einfetten und aufsetzen und das ganze schön langsam auftreiben.

Dazu nimmt man am besten ein passendes Rohr.

https://archiv.mb100.de/images/9/9b/ThoK_Radlager_hinten_17.JPG

https://archiv.mb100.de/images/e/e8/ThoK_Radlager_hinten_18.JPG

https://archiv.mb100.de/images/7/78/ThoK_Radlager_hinten_19.JPG


Als nächstes habe ich schön nach Anleitung die Messuhr aufgesetzt.

Das ist aber Unfug.

Die Lager sitzen so straff, daß da kein Spiel messbar ist.

Also nach Anleitung 2 verfahren.

Die erste Mutter fest ziehen, 1/8 Umdrehung lösen und mit Sicherungsblech verstemmen.

Dann die 2. Mutter aufsetzen, mit 80 Nm anziehen und verstemmen.

So sollte sich ein Spiel von ca. 5/100 einstellen.


https://archiv.mb100.de/images/d/d9/ThoK_Radlager_hinten_20.JPG

Anschließend die Fettkappe etwas mit Fett füllen und wieder aufsetzen.

https://archiv.mb100.de/images/0/08/ThoK_Radlager_hinten_21.JPG

Nun alles schön wieder zusammenbauen und fertig ist`s.


Achtung ! Hier beschrieben ist das hintere Radlager bis FG Nr. 128165. Bei späteren braucht man einen anderen Satz. Die Durchmesser haben sich verändert. Auch entfällt der Abstandsring und der Verschleißring.

Weitere Bilder in meiner Galerie: Klick



geschrieben von: glöckchen

Datum: 13. August 2011 21:57

Hallo,

Radlager anziehen bzw. einstellen ist oft nur gefühlsache.

Lager von Hand anziehen.

Rad dabei drehen und hin und wieder mit der Hand gegen das rad "schlagen".

Wenn du das gemacht hast, nimmt du einen Passende Nuss und ziehst die Mutter etwas fest (Nicht volle Pulle anziehen!!!!!) ebenfalls das Rad dabei drehen.

Dann wieder lösen, dass du die Scheibe, die unter der Mutter ist, mit dem Schraubendreher hin und her schieben kannst (Ohne den Schraubendreher dabei als Hebel zu benutzen).

Wenn du das hast, Nimmst du das Rad in beide Hände (Oben und unten) und wackelst mal daran.

Es sollte ein Minimales Spiel spürbar sein. Ca. 2mm, wenn überhaupt.

Anderst kann ich das Leider nicht beschreiben. Ist eben Gefühlssache.

mfg

glöckchen



geschrieben von: hageo

Datum: 15. August 2011 13:13

Es gibt nur 2 Muttern und ein Sicherungsblech.

Reihenfolge von innen nach außen:

-Auf den Innenring des Außenlagers kommt eine Mutter

-Dann kommt der Sicherungsblechring.

-Damit es auch hält, zuletzt wieder eine Mutter.

-Und wenn das Lagerspiel endlich eingestellt ist, werden die Blechlappen so umgebogen, daß einige Lappen sowohl die innere als auch die äußere Mutter an den Flächen umfassen.

Um das ganze am verdrehen zu hindern, ragt auch ein Lappen in die Rille am Zapfen.

WICHTICH:

Bei den Lagerspieleinstellversuchen IMMER drauf achten, daß das Spiel nicht gegen Null oder sogar drunter geht.

Einmal ein bißchen zu fest zugedreht: Das Kegelrollenlager hat einen anfangs unsichtbaren Dauerschaden!! Die Dinger sind echt empfindlich.


Lieber ein bißchen zuviel Lagerspiel als zu wenig!!

Es ist überhaupt kein Fehler, wenn man beim rütteln am Reifen ein bißchen Spiel fühlt.

Das darf natürlich nicht soweit gehen, daß es klackert...aber irgendwo zwischen Null und klackern darfs ruhig liegen...

Grüße!

hageo







--Daktari 15:57, 8. Nov 2009 (CET)