Foerderbeginn: Unterschied zwischen den Versionen

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Hallo Pöler,
Hallo Pöler,



Version vom 09:29, 30. Apr 2010

Haftungsausschluss


Hallo Pöler,

ich habe jetzt auch mal den Förderbeginn am Kutter auf früher verstellt. Nach teilweise berauschenden Kommentaren von anderen "Verstellern"aus der Pölszene war ich doch neugierig geworden.

Die "Verdrehung", Einstellung ist vielleicht übertrieben, habe ich nach der "Relativ-Zeigermethode" vorgenommen, d.h. ich habe einfach die Pumpe um einen bestimmten Winkel verdreht. Das hat zwar den Nachteil, daß ich die Absoluteinstellung nicht kenne, ist andererseits aber auch egal, weil es für Pöl sowieso keine amtlichen Werte gibt und nur der Fahrversuch zählt.

Für die hinreichend genaue Messung des Winkels habe ich einen 1m langen Aluzeiger an die Pumpe geschraubt. Dazu zwei diagonal gegenüberliegende Schrauben aus dem rückwärtigen Deckel durch Bolzen M6x40 mit Muttern ersetzt und daran ein Aluprofil U-Form geschraubt, unten etwas abgeflacht, damit es hinter den Öldruckgeber paßt. Dann den Abstand von der oberen Ecke rechtwinklig zur Fensterscheibe gemessen, das geht auf etwa 1mm genau. Durch die große Länge des Zeigers kann ich den Winkel gut messen, auch wenn die gelöste Pumpe wackelt.

Die eigentliche Arbeit war dann das Richten, oder Verbiegen, der Einspritzleitungen. Die sind beim OM616 relativ kurz und steif. Ich habe sie nicht abgebaut, sondern nur die Klemmen abgenommen. Ich denke, das abbauen, einzeln über einem Rohr biegen und immer wieder anpassen, geht alles andere als schneller, zumal die Leitungen noch gegenseitig angepaßt werden müssen, und birgt noch die Gefahr des Schmutzeintrags in die Anschlüsse.

Da die Pumpe zum Block hin geschwenkt werden soll, sind die Leitungen zu lang, die Länge muß weggearbeitet werden. Ich habe mir tunlichst verkniffen, die Radien zu verkleinern, sondern habe die Biegungen in die Geraden hinein verlängert, also gedrängte "S"-Formen geformt. Dabei habe ich darauf geachtet, daß die Leitungen aus allen Anschlüssen senkrecht herauskommen und gleichen Abstand haben, so daß sich die Klemmen wieder spannungsfrei aufsetzen lassen. Gebogen habe ich abwechselnd und Millimeter für Millimeter an allen Leitungen, mit einem kleinen Engländer (oder Franzosen?). Die Pumpe schwenkt dabei automatisch mit.

Nach dem Aufsetzen der Klemmen habe ich zum Entfernen der mechanischen Spannungen alle Leitungen in alle Richtungen geringfügig, gerade bis zur Streckgrenze, gebogen, gehebelt, geklopft. Wenn Spannungen vorhanden sind und die Leitung wird gerade bis zur Streckgrenze elastisch verformt, dann müssen sich die Spannungen abbauen, denke ich. Hab die Klemmen noch einmal abgenommen und geguckt, ob die Leitungen wegfedern, aber sie blieben genau am Platz. 100%ig ist das natürlich nicht, aber ich denke, es ist OK.

Eigentlich wollte ich 5 Grad KW verstellen, bin dann aber etwas übers Ziel hinausgeschossen und bei 6,2 Grad KW +- 0,2 Grad gelandet, also 3,1 Grad Pumpenwinkel. Rechnung: arc sin(5,1cm/95cm)=3,1 Grad. Zurückbiegen wollte ich wegen des mühsam gewonnenen Winkels nicht.

Ergebnis:

Im Fahrbetrieb ist schon etwas zu spüren, alle Veränderungen sind aber so gering, daß sie auch als Einbildung durchgehen könnten. Ohne objektive Meßmöglichkeit würde ich mal sagen:

- der Motor dreht, auch beim freien Beschleunigen, schneller hoch und hat etwas mehr Drehmoment. Das war beabsichtigt.

-der Motor läuft etwas lauter. Das war zu erwarten.

- Der Motor wird schneller warm. Bisher war der Zeiger nach 2Km Fahrt auf 60 Grad, jetzt schon auf 80 Grad. Das macht mir etwas Sorge, weil ich es als Zeichen eines verringerten Wirkungsgrades, also schlechterer Einstellung deute. Kann aber auch täuschen, wegen des aktuell warmen Wetters. Müßte dann aber überproportional starken Einfluß haben.

Über den Verbrauch kann ich noch nix sagen. Ich fahre erstmal so, und werde demnächst auf höheren Düsenöffnungsdruck umrüsten, danach vielleicht noch optimieren, vorher lohnt das nicht mehr.

Insgesamt bin ich schon etwas enttäuscht, daß kein eindeutig positives Ergebnis erkennbar ist. Vielleicht sind 6,2 Grad zu viel, eigentlich kann das aber nicht sein.

Mit Dieselautos habe ich nicht so die Erfahrung, aber an Benzinern habe ich öfter gespielt. Da habe ich den Zündzeitpunkt, der ja dem Einspritzbeginn entspricht, schon mal um 10 Grad verstellt, wenn ich eine Wirkung sehen wollte, 5 Grad waren da Feintuning.

An älteren russischen Autos, mit denen ich mich mal beschäftigt habe, gibt es eine Skala zum Verstellen des ZZP in abhängigkeit von der Sprit-Oktanzahl. Der Bereich ist +-10 oder +-12 Grad groß, also insgesamt 24 Grad Kurbelwelle. Der Wartburg hat m.W. gar keine Fliehkraftverstellung, sondern wird fest auf 22 Grad vor OT eingestellt, und das haut auch hin. Da treten also etwa 20 Grad Einstellfehler auf, je nach Drehzahl. Das mal so zum Vergleich, wie bedeutsam 6,2 Grad KW denn sind.

(Original von Funman: http://f23.parsimony.net/forum53376/messages/9827.htm )