Vorglührelais

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Haftungsausschluss

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Teilenummer 002 545 42 32 ist aus Altschnauzer, nicht nachglühfähig, mit Sicherung:

http://archiv.mb100.de/images/7/7d/Gl%C3%BChrelai.JPG http://archiv.mb100.de/images/9/9a/Vorgl%C3%BChrelais_f%C3%BCr_Mercedes_W124_W201_MB100_MB-Teilenr._002_545_42_32.JPG

Sicherung Vorglühanlage (Teile-Nr.: A 0005450334)

http://archiv.mb100.de/images/a/ae/Sicherung_Vorgl%C3%BChrelais.JPG

Die Sicherung des Glühkerzenkreises sitzt an der Steckerseite ("Unterseite") des Relais und sieht wie ein mit 2 Schrauben angeschraubter unscheinbarer Blechstreifen aus.

Die soll lediglich verhindern, daß bei diesen starken Strömen was abfackelt, wenn mal eine Leitung durchgescheuert ist....


http://archiv.mb100.de/images/3/37/Mercedes_W124_W201_MB100_Mercedes_Teilenr._002_545_42_32.JPG http://archiv.mb100.de/images/3/35/MB100_Vorgl%C3%BChrelais..JPG






Teilenummer 008 545 00 32 ist aus Neuschnauzer (MoPf), nachglühfähig, ohne Sicherung:

http://archiv.mb100.de/images/0/05/MB100_Vorgl%C3%BChrelais.jpg

http://archiv.mb100.de/images/b/b8/Vorgl%C3%BChrelai_MB100_neues_modelle.JPG http://archiv.mb100.de/images/6/69/Mercedes_Benz_MB_100_Steuerger%C3%A4t_008_545_00_32.JPG







Hier findet man das Vorglührelais:

http://archiv.mb100.de/images/c/c5/Position_des_Vorgl%C3%BChrelais.JPG


genau auf der linie vom rechten knöchel zum rechten knie, jenseits der blechwand. innere motorhaube ab, links vom motor an der blechwand.



Für die, die interessiert, was da so zu sehen ist....

http://archiv.mb100.de/images/thumb/7/7d/CIMG5490_1024x768.jpg/800px-CIMG5490_1024x768.jpg


geschrieben von: Funman

Datum: 12. Dezember 2012 19:55

Hallo,

der große schwarze Block links oben ist laut Aufdruck ein Motorola MC3302P, aus den seligen Zeiten, als Motorola noch vernünftige Sachen gebaut hat und keine Handys, die "Rasierer" heißen. (1) Das ist ein 4-fach-Spannungskomparator, enthält also 4 hoch verstärkende (um die 100000-fach) Differenzverstärker. Wenn sich am Eingang eine Spannungsdifferenz minimal ändert, wird am Ausgang etwas geschaltet. Damit kann man wunderbar Spannungen oder Ströme genau überwachen oder Zeitschalter bauen, z.B. für eine Vorglühzeit oder Nachglühzeit oder die Zeit, die die Kontrollampe "verkehrt" leuchtet, wenn eine Kerze defekt ist.

Die stehenden Zylinder mit abgeflachter Seite sind Transistoren, die typisch 10 bis 100 mA verarbeiten, z.B. eine Kontrolleuchte einschalten. Das etwas größere schwarze Rechteck mit dem Loch, rechts unten, ist laut Aufdruck ein "TFK BD138", das heißt entschlüsselt, das Ding wurde hergestellt von Telefunken (TFK), ist ein Leistungstransistor (D), aus Silizium (B ), für Consumeranwendungen (dreistellige Zahl) (2) und schaltet vermutlich das Leistungsrelais, das dann wiederum die Kerzen schaltet.

Die liegenden bunten Röllchen mit dicken Enden und abgewinkelten Drähten sind Widerstände, die kleine Ströme dosieren. Rechts oben in der Ecke, das dritte Teil von rechts, und an der linken Kante, etwa mittig, sind noch andere Röllchen mit dünneren Drähten. Die Röllchen sind vermutlich aus Glas und Dioden. Die lassen den Strom nur in einer Richtung durch. Eine davon ist vermutlich eine Z-Diode, die eine Referenzspannung stabilisiert. Die dickeren schwarzen Röllchen rechts unten sind auch Dioden mit vermutlich 1A max. Belastbarkeit. Der silbrige Strich bzw. Ring da drauf kennzeichnet den Minuspol.

Die großen Töpfe aus Aluminium, mit schwarzem Schrumpfschlauch und dem Aufdruck "ROE" (3) und "16V" sind Kondensatoren, die zusammen mit jeweils einem Widerstand eine der genannten Zeiten bestimmen. Der blaue Klotz oben in der Mitte ist auch noch ein Kondensator.

Die graue Scheibe in der Ecke links oben ist vermutlich ein Temperatursensor, der die Gehäusetemperatur, also Umgebungstemperatur mißt.

Das dicke Gewurstel mit kupferfarbenen Blechstreifen unten in der Mitte ist offenbar ein Stromrelais, das die Glühkerzenströme mißt. Das Stromrelais vergleicht den Strom von einer Kerze mit dem von den übrigen 3, natürlich mit Berücksichtigung der Verhältnisse. Wenn eine Kerze kaputt ist, gibt es eine Abweichung von 10-20A, und das Relais zieht an. Die Kontakte sind in einem Glasröhrchen in der Mitte, ein sog. Reed-Relais.

Das eigentliche Glührelais ist der dicke Block unten rechts. Wie man sieht, hat das Relais zwei Kontaktpaare, die auf einzelnen federnden Laschen sitzen, aber elektrisch verbunden sind, einen großen dunklen Kontakt auf einer schmalen Lasche und einen kleinen silbrigen auf einer breiten Lasche. Das hat folgende Bewandtnis: Man kann keine Kontakte herstellen, die gleichzeitig große Ströme schalten können, also "britzelfest" sind, und auch niedrige Widerstände haben. Deshalb sind hier zwei Kontakte kombiniert, die nacheinander schalten. Zuerst schaltet der dunkle britzelfeste, nämlich harte Kontakt. Der hat aber so großen Widerstand, daß er rasch überhitzen würde. Deshalb schaltet ungefähr 1/1000 Sekunde später der silbrige weiche Kontakt und leitet ab da den größten Teil des Stroms ohne unzulässige Hitzeentwicklung. Beim Abschalten geht es genau andersherum.

Das Relais ist übrigens ein altes Modell, aus einem Altschnauzer vermutlich. Die Relais der Neuschnauzer haben 4 getrennte Kontakte, für jede Kerze einen, wenn ich nicht irre. Die Kontakte sind dann auch viel größer und man hat das Prinzip mit dem voreilenden Kontakt aufgegeben.

So, und wer es jetzt noch genauer wissen will, googelt, downloadet und studiert die Datenblätter der beschrifteten Teile, und/oder zeichnet den Schaltplan ab. Da die Platine nur einseitig ist und keine programmierbaren Teile drauf sind, ist das ein ideales Übungsobjekt.

Grüße, Hajo


(1) Den Laden, der die guten Sachen baut, gibts immer noch, heißt heute ON-Semiconductor.

(2) und zwar der 39-ste, der bei Pro Electron in Brüssel angemeldet wurde, die Zählung beginnt bei 100.

(3) Herstellerkennzeichnung Roederstein




--Daktari 11:15, 2. Feb 2011 (CET)