Umlenkhebel - neuen Bolzen einbauen

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Umlenkhebel - wie bekommt man den Bolzen aus dem Hebel?

geschrieben von: Ross

thread

Datum: 04. März 2009 20:00

Moin,

.........Umlenkhebel-Lager auf beiden Seiten.

Ich hatte das bei meinem alten Kutter ja schon mal gemacht und dabei die Anleitung für die Werkzeugkiste erstellt. Eigentlich hätte ich aber schon damals besser auch den Bolzen mitgewechselt, den hatte ich da aber nicht.

Für die jetzt anstehende Reparatur habe ich mir zwei Sets aus der "Bucht" besorgt, inklusive neuen Bolzen. Noch weiß ich aber nicht, wie ich die alten Bolzen aus den Hebeln entfernen kann. Sind die verpresst, oder verschweißt? Bei den neuen Bolzen kann man auch nicht erkennen, wie die im Hebel befestigt werden sollen; am oberen Ende ist das Gewinde, unten sind sie ganz glatt. Ich will bei der Demontage der alten Bolzen auch nicht die Hebel kaputt machen, deshalb frage ich lieber vorher.

........

Gruß, Ralf


geschrieben von: ferroristo

Datum: 05. März 2009 12:03

Moin Ralf,

der Bolzen ist eingeschlagen und mit Schweißnaht ringsum(unten) gesichert.

Du kannst mit nem Bohrer D=min D-Bolzen besser ein,zwei mm größer den Bolzen ausbohren.

Aber nur grad so tief bohren, dass die Schweißnaht nicht mehr verbindet.

Kann man auf ner Drehbank versuchen oder ner Standbohrmaschiene.

Den alten Bolzen kannst du dann austreiben.

Erwärmen war bei mir nicht erforderlich.

Den neuen Bolzen wieder rein, vorher messen wieviel stehen bleiben muss, und wieder verschweißen.

Ich habs so gemacht und geht einwandfrei.

Gruß Heinz


geschrieben von: Franky

Datum: 04. März 2009 23:02

hallo ralf,

ich will dich ja nicht kränken, aber den bolzen raus und rein machen ist eigentlich nicht vorgesehen.

der polnische hersteller deines repsatzes sieht das anders, die haben oft andere ansichten.

auf der fahrerseite macht es sinn evtl auf der beifahrerseite nicht.

der bolzen ist werkseitig eingeschrumpft und verschweißt.

also schweißnat unten aufflexen, ausen erhitzen (volle kanne) und bolzen rausdrücken/schlagen. das ganze dann rückwerts.

die höhe vorher anzeigen und vergleichen!!!

gruß franky




geschrieben von: Ross

Datum: 05. März 2009 13:19

Hallo Franky, hallo Heinz,

........Zum Einschrumpfen fällt mir da noch der Trick mit der Kühltruhe ein, und festschweißen sollte doch mit einem E-Schweißgerät gut gehen. Danke auch für den Hinweis auf die Höhe!

Danke & Gruß,

Ralf



geschrieben von: ferroristo

Datum: 05. März 2009 18:07

Moin Ralf,

... iss mir noch eingefallen.

Es gibt zwei Ausführungen der Umlenkhebel.

Das war auch der Grund warum ich die Aktion machen muste.

An meinen waren nähmlich die Bolzen hin und ich hatte zwei in der Bucht geangelt.

AAAber: Das Augenmass für die Kugelgelenke ist im Altschnauzer kleiner.

Diese Ausführung ist, so sagt der freundliche MB-Händler, bis in die ersten Baujahre(ich mein 92/93) des Neuschnautzers verbaut worden.

Müstest dich also vorher schlau machen welche Umlenkhebel dir da zur Not zur Verfügung stehen.

Aber mit ner Schlosserei in der Hinterhand solltest du den Tausch hinkriegen.

Viel Erfolg

Heinz



Falsch!

geschrieben von: Franky

Datum: 05. März 2009 18:31

ab ca 13000!

und das war schon 88.

gruß franky



geschrieben von: Martin(Apolda)

Datum: 07. März 2009 19:53

Moin zusammen,

wenn ich mich da auch mal einmischen darf.

Heinz und ich mussten das auch an meinem machen.

Das Konusmaß war bei mir 16mm statt der "normalen" 18mm.

Die neuen Umlenkhebel hatte aber 18.

Also haben wir die Bolzen aus den neuen in meine alten Umlenkheben eingesetzt.

Gruss aus Kreuzberg Martin






Umlenkhebelbolzen

geschrieben von: Dynoise

thread

Datum: 21. März 2011 14:34

Liebe Kuttergemeinde,

ich benötige euren Beistand in dieser ach so schweren Stunde:

Gerne würde ich meinen linken Umlenkhebel gemäß der wundervoll beschriebenen Anleitung Umlenkhebel-rep durchführen.

Allerdings möchte ich bei einem Lagerwechsel auch den Sitz des Lagers, in diesem Falle den Bolzen wechseln.

Dieser wird allerdings nicht beschrieben und mir fehlt die Expertise.

http://archiv.mb100.de/images/0/0d/U27.jpg

Meine Fragen nun:

-wie ist der Bolzen im Formteil verankert (geschrumpft/ verschweisst/etc)?

-Kennt jemand eine Aussage dazu in welcher Passung der neue Bolzen eingesetzt werden soll (aus Büchern/ Werkstatt etc)?

-Hat das jemand mal gemacht, gibt es Tipps dazu?


Gruß Dynoise


geschrieben von: Ross

Datum: 22. März 2011 01:41

Moin Dynoise,

man kann den Bolzen mit Flex, Hammer, Meißel/Dorn, Gasbrenner und Schraubstock entfernen.

Mit der Flex muss man zunächst Unmengen an Material an der Unterseite des Hebels entfernen, also die sehr dicke Schweißnaht und gleichzeitig das unten herausstehende Ende des Bolzens.

Wenn man schon recht weit ist, sollte man darauf achten, ab wann man den Spalt zwischen Bolzen und Hebel erkennen kann (wenn also die Schweißnaht ganz weg ist), dann hat man genug Material abgenommen.

Dann den Hebel um den Bolzen herum ordentlich mit der Gasflamme erhitzen, anschließend mit Hammer und passendem Meißel oder Dorn den Bolzen rauskloppen. Das ging bei mir ganz gut; das Flexen vorher ist wesentlich aufwendiger.

Den neuen Bolzen vorher gut tiefkühlen, dann lässt er sich ziemlich leicht in den heißen Hebel hineintreiben. Wegen der Länge, die der Bolzen nach oben und unten übersteht, beim alten Bolzen maßnehmen (am besten vorher, man sieht aber i.d.R. auch beim entfernten Bolzen, wie weit er drin war). Unten steht der neue Bolzen naturgemäß ein Stück über, so dass man dort ringsherum eine bzw. sehr viele dicke Schweißnähte ziehen kann. Das ganze soll dann ja auch halten.

Hier noch Bilder vom Hebel mit der Original-Schweißnaht, dann nach Beendigung des Flexens (Spalt zwischen Bolzen und Hebel sichtbar) und schließlich mit entferntem Bolzen:

http://archiv.mb100.de/images/1/1e/Umlenkhebel1.JPG

http://archiv.mb100.de/images/d/de/Umlenkhebel2.JPG

http://archiv.mb100.de/images/8/8c/Umlenkhebel3.JPG


Viel Erfolg & Gruß

Ralf




geschrieben von: blacky

Datum: 21. März 2011 19:02

Hallo Dynoise,

mit dem Reparatursatz müsse es ja gehen. Es kommt darauf an welchen Durchmesser die Achse/Bolzen hat.

Hier ,müsste eine Preßverbindung mir hoher Haftkraft gewählt werden, also eine Preßpassung bis D=24 mm H8/x8 über D=24 mm H8/u8.

Bei Einheitsbohrung H7/ s6 bzw.r6.(Link Seite 20) Messung mit Micrometer bzw. Lehre.

Wenn du es genauer wissen willst findest du hier einiges: www.f08.fh-koeln.de

Die Verbindung muss wirklich bombenfest sitzen, deshalb ist hier nur mit erwärmen/unterkühlen und pressen und event. zusätzliche Schweißnaht erforderlich.

Die Hilfe eines erfahrenen Schlossers wäre sicher nicht ungeschickt.


Grüße

Blacky


geschrieben von: Dynoise (213.61.250.44) Datum: 22. März 2011 14:18

Graue Theorie

Danke für die Hilfestellung, danke für die Bilder!

   Zitat:
   Ross
   Dann den Hebel um den Bolzen herum ordentlich mit der Gasflamme erhitzen,[...]
   Den neuen Bolzen vorher gut tiefkühlen, dann lässt er sich ziemlich leicht in den heißen Hebel hineintreiben.


Ich habe mich gefragt, um welche Temperaturen es sich bei dieser Art Passungen handeln muss, damit man das Übermaß beweglich bekommt. Ich wollte eine Hausnummer und hab die Quellen von Blacky zu einer Excel-Tabelle verwurstet, die ich euch nicht vorenthalten will.

-Als Grundlage dient die Näherung http://upload.wikimedia.org/math/1/c/2/1c2cc554cecab97f02a2eb92e1b2eda6.png und der Ausdehungskoeffizient alpha aus dem Skript vom Okulicz für Stahl. -Reibbeiwerte, Oberflächenkoeffizienten, u.a. Einflüsse vernachlässige ich bei meiner Überlegung. Kein Anspruch auf Richtigkeit, alle Angaben ohne Gewähr -Das DeltaL ist das mindeste/maximale Übermaß jeder Passungsauswahl von Blacky:

Link-Text

Die kombinierte Seite rechts habe ich so angepasst, dass ich ein Gefühl dafür bekomme, in weit ich die Öse noch erwärmen müsste, wenn ich den Bolzen auf Kühlfachtemperatur herunterkühle.

Die Öse muß also im ärgsten Fall auf ca. 250 300°C erwärmt werden.

Gruß Dynoise






--Daktari 14:38, 27. Mär 2011 (CEST)