Spur: Messung und Einstellung

Aus MB100 Archiv
Wechseln zu: Navigation, Suche

Haftungsausschluss


Reifen innen abgefahren

geschrieben von: hageo

thread

Datum: 03. August 2011 08:29

NACHSPUR:

Die Vorderräder stehen, volkstümlich ausgedrückt, vorne um einige Millimeter weiter AUSeinander als hinten.

Der Grund ist der, daß angetriebene Räder immer nach vorne streben

und da in der Aufhängung immer irgendwelche elastische Elemente vorhanden sind,

schwenken die Räder beim Gas geben auch wegen des positiven Lenkrollradiusses um die Aufhängung nach vorn,

laufen dann gerade und eliminieren nebenbei auch noch das Spiel in den Lenkgelenken.


Ums noch komplizierter zu machen, mancherorts wird unter "Spur" immer die "Vorspur" verstanden.

Diese wird demnach bei unserem kantigen Freund in negativen Zahlen angegeben.

Viele Grüße!

hageo


Auf der richtigen Spur, Vorspur, Nachspur, Elastokinematik

geschrieben von: blacky

Datum: 10. August 2011 11:09

lt. Bosch "Kraftfahrtechnisches Taschenbuch" ist Vorspur folgendermassen definiert:

"Vorspur ist der Winkel zwischen Fahrzeug-Längsachse und Reifenmittelebene bzw. Abstandsdifferenz zw. Felgenhorn vorn und hinten am Rad.

Sie kompensiert die elastokinematischen Effekte durch am Reifen angreifende Längskräfte.

Die Vorspur beträgt bei Standardantrieben 2...3 mm, die Nachspur bei Frontantrieb bis -2mm (Kompensation von Antriebskräften)"

In unseren Fall ist die "negative Vorspur" -2 +/-1mm der richtige Wert!

Grüße

Blacky




Hallo,

Du nimmst ein Holzbrett, ca. 10x3 cm oder 15x2 cm im Querschnitt oder ähnlich, etwa 3 Meter lang, im Zweifel besser etwas länger.

Davon sägst Du 2 kurze Stücke ab und spaxt und leimst (wichtig) sie überlappend an die Enden des langen Stückes dran, so daß ein breites, kurzes U entsteht. In die Innenseiten des U, nahe den Enden der kurzen Stücke, schlägst Du 2 Nägel, ähm, 2 Drahtstifte. Hast Du das richtig gemacht, dann ist der Abstand der Nagelköpfe jetzt etwa 5cm größer als der Abstand von Felgenaußenseite zu Felgenaußenseite. Es macht natürlich Sinn, vorher am Kutter Maß zu nehmen. Im Zweifel besser etwas größer.

Damit hast Du eine Einstellehre für lau.

So könnte sie aussehen. Das Holz im Bild ist Zedernholz, tut aber nicht unbedingt nötig.....

http://www.poelmobil.de/bilderz/spureinstellehre.jpg

Dann brauchst Du noch einen Edding, einen Helfer, einen Meßschieber und 2 Bier. Statt des Edding geht auch gut Tipp-Ex oder Edding in Silber (schick!).

Du fährst den Kutter auf eine ganz ebene, glatte, waagerechte Fläche, die Lenkung stellst Du gerade.

Dann schiebst Du den Kutter eine halbe Radumdrehung vorwärts. Dann malst Du mit dem Edding zwei Punkte auf die Felgenhörner, möglichst genau auf Radnabenhöhe, z.B. vorne. Du legst die Lehre unter den Wagen. Während jetzt der Helfer den Nagelkopf auf den Punkt auf der einen Seite drückt, mißt Du mit dem Meßschieber den Abstand vom Punkt zum Nagelkopf auf der anderen Seite.

Dann schiebst Du den Kutter genau eine halbe Radumdrehung vorwärts, ziehst die Lehre unter dem Wagen durch und wiederholst das. Von beiden Meßwerten bildest Du die Differenz. Der Sollwert ist 4 mm, das heißt, vorne sollen die Felgenhörner 4 mm dichter zusammenstehen als hinten. Du wirst vermutlich feststellen, daß das bei Deinem Wagen nicht stimmt.

Dann löst Du die Klemmen an den Gewinden der Spurstangen auf beiden Seiten und machst die Gewinde gängig. Vermeide dabei, die Spurstangen mit Gewalt in den Kugelköpfen zu drehen, die Köpfe mögen das nicht. Also gegenhalten, mit Rohrzange oder Gripzange z.B..

Wenn Die Gewinde gängig sind, dann verdrehst Du die Muffen und stellst damit die Stangen länger oder kürzer, bis das erneut gemessene Maß stimmt. Du mußt also mehrfach messen, mit etwas Übersicht aber nicht allzu oft, nach 2 oder 3 mal solltest Du getroffen haben. Dann klemmst Du die Muffen wieder fest.

Dabei ist es möglich, die Stangen verdreht festzukontern. Das solltest Du tunlichst vermeiden. Prüfe deshalb vorher, wie groß der Kippbereich beider Enden ist und kontere solchermaßen fest, daß das Bewegungsspiel der Kugelköpfe nicht eingeschränkt wird, also die gekonterte Spurstange soviel Spiel hat wie vorher beide Enden alleine. Fertig! Jetzt dürft ihr das Bier trinken.

Noch ein paar Hinweise:

Das Leimen der Lehre ist wichtig, damit sich die Enden beim Hantieren nicht minimal verschieben. Das erste Schieben dient dazu, die Reifen und Mechanik zu entspannen. Das zweite Schieben dient dazu, den Einfluß eines Felgenschlages auszuschalten. Die Felgenhörner sind die seitlichen Wände von ca. 20 mm Höhe, an denen die Reifen anliegen, nicht jedoch die rundgebogenen Kanten.

Wünsche viel Erfolg.

(Original von Funman)












--Daktari 11:29, 3. Aug 2011 (CEST)