Reinigung der TRUMA-Heizung (Wohnmobile)

Aus MB100 Archiv
Wechseln zu: Navigation, Suche

Inhaltsverzeichnis


Reinigung einer Truma Heizung C6002

[zum thread: http://forum.mb100.de/read.php?1,98214,98214#msg-98214]

geschrieben von: ThoK

Datum: 03. Februar 2014 19:37

Moin,

aus aktuellem Anlass wollte ich mal was zum Thema Reinigung der Truma Heizung beitragen.

Im Kutter hatte ich eine E1800 und einen Truma Boiler. Beides funktionierte, aber bei der Heizung hatte ich den Eindruck sie könnte wohl nach 18 Jahren luftseitig etwas schmutzig sein. War sie auch, das Gebläserad und die Luftkanäle sassen praktisch komplett zu mit Dreck.

In meinem jetzigen Womo habe ich eine C6002 und eine E4000. Die C6002 habe ich mir am Wochenende mal vorgenommen, da war das Lüfterrad und die Luftkanäle nach 10 Jahren auch nur noch zu 50% frei. Die E4000 ist nur Zusatzheizung für das Fahrerhaus und läuft nicht so viel. Aber demnächst ist sie auch dran.

Also ich kann nur ermuntern ältere Heizungen mal zu reinigen.

Das Problem ist, dass die Heizungen immer unten in irgendwelchen Stauräumen sitzen und auch dort die Luft ansaugen.


Zur Technik.

Eigentlich sind die Heizungen recht simpel gebaut. Sie bestehen aus einem Zylinder,E-Heizung waagerecht, C-Heizung senkrecht, in dem unten ein Gasbrenner sitzt. Dort sind 2 Zündelektroden und die Flammüberwachung. Die Verbrennungsluft wird durch das Aussenrohr (um das Abgasrohr) von aussen angesaugt und durch einen Ventilator gleichmässig in den Brennraum eingeblasen. Die heisse Verbrennungsluft geht durch den Zylinder (vereinfacht) und wird durch das Innenrohr (Abgasrohr) wieder nach draussen abgeführt. Aussen am Zylinder sitzen Aluminiumrippen, die die Wärme an die durch strömende Raumluft abgeben. Die Raumluft wird durch einen grösseren Ventilator bewegt. Aussen rum sitzt wieder ein Zylinder, bei den C-Heizungen der Boiler. Der Rest sind Steuerung, Temperaturfühler und Gehäuse. Da muss natürlich alles wieder dahin wo es vorher war. Ich mache mir meisst ein paar Fotos bevor ich anfange. Die helfen oft ungemein beim Zusammenbau.


Reinigung.

Die rote Dichtung des Abgasrohres muss neu und darf nicht wieder verwendet werden. Aluminium Abgasrohre auch nicht wieder verwenden. Eine Druckprobe der Gasanlage sollte nach Wiederanschluss erfolgen. Die Gasverschraubung kann bei Stahlrohr einfach wieder verbunden werden.

Verbrennungsseitig ist die Heizung meisst recht sauber. Innen- und Aussenrohr für Abgas durchpusten, etwas Druckluft in den Brennraum und das Schaufelrad des Verbrennungsluftgebläses etwas säubern, gut ist. Der Dreck sitzt im Raumluftgebläse und an den Kühlrippen. Die C-Heizungen sind eigentlich ähnlich gebaut, nur senkrecht und der Boiler sitzt rings um die Luftführung. Dazu ist noch etwas mehr Technik drumrum.


Die Boiler verschmutzen nicht so stark, da war keine Arbeit notwendig.

Meine Empfehlung, wenn die Heizung regelmässig genutzt wird, spätestens alle 7-8 Jahre reinigen. Abgasdichtung neu und, wo noch vorhanden Alu Innenrohr in der Abgasführung ersetzen.

Achtung, für die E1800 gibt es von Truma keine Ersatzteile mehr. Abgasseitig sollten die Teile der E2400 passen (bei mir passten sie).

Und Achtung für C-Heizungen, die C3400 und C6000 hatten lackierte Aluminiumboiler. Das hat Truma gaaanz schnell wieder geändert und verbaute in der C3402 und C6002 wieder Edelstahl.


Nachtrag:

Hab gerade mal alte Unterlagen nachgesehen, ich hatte bei der E1800 nicht das Abgasrohr genommen sondern doch noch das Original für die E1800incl. Dichtungen bekommen. Offensichtlich ist der Durchmesser doch unterschiedlich.


Weitere Infos:

www.trumareparatur.de


Grüße

ThoK






Reinigung einer TRUMA E1800 Heizung aus einem La Strada (Baumgartner)

geschrieben von: ThoK

Datum: 06. April 2014 22:34

Moin,

wie versprochen haben wir heute mal die Heizung von Franzosenpeter auseinandergebaut um sie zu reinigen. Offensichtlich ist Peter kein Warmduscher, die Heizung war sehr sauber, sah fast unbenutzt aus. Das habe ich schon völlig anders gesehen.

http://archiv.mb100.de/images/7/7e/Trumareinigung.1.jpg


Auf dem Bild zu sehen: rechts geöffneter Wärmetauscher, links Motor, Mitte Zündautomat. Oben Verbrennungstrakt, links Ventis, unten Warmluft, oben Verbrennungsluft.

Einbausituation bei Peters Kutter, im Badschrank unter dem Waschbecken. Wie wir ja alle wissen, sind die La Stradas Unikate. da gleicht Keiner dem Anderen. Die Späne der Aussparungen, die im Werk in die Möbel gesägt wurden lagen auch noch unter der Heizung.

Ausbau: - Gas abdrehen - Gasleitung abschrauben - Kamin aussen ab und Innen- und Aussenrohr lösen - 3 Befestigungsschrauben an den Halteblechen unterhalb der Heizung raus - an der hinteren Sitzbank Verkleidungen ab und Warmluftschlauch abziehen - Steuerung öffenen und Stecker der Heizung rausziehen

Dann kann man die Heizung vorsichtig rausnehmen. Das Abgasrohr haben wir vorsichtshalber an der Heizung gelassen, die Dichtung gibt es nicht mehr. Am Kamin wird die Dichtung nicht so heiss, die war noch völlig i.O. und wieder verwendbar.


http://archiv.mb100.de/images/a/ac/Trumareinigung.2.jpg

http://archiv.mb100.de/images/b/bd/Trumareinigung.3.jpg

http://archiv.mb100.de/images/a/ae/Trumareinigung.4.jpg

http://archiv.mb100.de/images/3/34/Trumareinigung.5.jpg

Dann Gehäuseschrauben rausschrauben, auch die Kleine am Ansauggitter. Das Oberteil des Wärmetauschergehäuse kann man einfach abnehmen.

Normalerweise sieht man dann `ne Menge Dreck im Wärmetauscher und völlig verfluste Ventilatorräder. Die E1800 hat übrigens den Venti für Warmluft und den Verbrennungsluft auf einer gemeinsamen Welle. Dadurch braucht man auch nur ein Motor und hat eine recht geringe Stromaufnahme.

Die Verbrennungsseite braucht man, wenn keine speziellen Zünd- oder Verbrennungsprobleme bestehen, nicht zu reinigen.

http://archiv.mb100.de/images/1/1a/Trumareinigung.6.jpg

http://archiv.mb100.de/images/b/b8/Trumareinigung.7.jpg

http://archiv.mb100.de/images/3/37/Trumareinigung.8.jpg

Bei Peter war hier nicht viel Arbeit. Aber der Luftansaugschlauch sass aussen nicht auf dem Stutzen am Kamin. So lange das Abgasrohr auf beiden Seiten dicht ist, kein Problem. Aber wenn das mal undicht wäre, ersticht die Heizung nicht an ihren Abgasen und der Mensch entschlummert leise und friedlich durch die Abgase in der Luft.

Am Ende des Wärmetauschers sitzt die Überhitzungssicherung auf einer kleinen Platine. Die ist oft für Probleme mit der Heizung verantwortlich. Beim Zusammenbau darauf achten, dass die wieder richtig sitzt. Auf der anderen Seite gibt es die Aussparung für die Platine noch einmal, da sitzt eine kleine Blindplatine drin.

http://archiv.mb100.de/images/1/12/Trumareinigung.9.jpg

Beim Zusammenbau darauf achten, dass alle Abgas und Ansaugrohre dicht auf den Flanschen sitzen und dort gesichert sind. Bei den beengten Platzverhältnissen ist das nicht so einfach aber entscheidend wichtig !

http://archiv.mb100.de/images/9/91/Trumareinigung.10.jpg

Das Gasrohr kann einfach wieder angeschlossen werden. Die Schneidringverschraubungen sind wiederverwendbar. Die Überwurfmutter geht am Besten mit einem 17er Maulschlüssel zu lösen, den Winkel kann man ganz gut mit einem 12er Maulschlüssel gegenhalten.

Beim ersten Start braucht die Heizung ein paar Versuche, da die Luft erst mal aus dem Rohr muss bevor Gas kommt.

Grüße

ThoK







--Daktari 10:46, 6. Feb 2014 (CET)