Radlager-Reparatur hinten

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hinteres Radlager

geschrieben von: ThoK

Datum: 31. Oktober 2009 16:25


Hallo,

ich habe gerade mal meine hinteren Handbremszüge überholt und dabei festgestellt, dass sich hinten rechts Fett aus dem Radlager austritt.

Für die Bremsen ist das zwar unerheblich, aber so kann ich ja darauf warten, dass sich das Radlager verabschiedet.

Beim Drehen ohne Belastung gibt es auch leichte Geräusche.

Lange Rede kurzer Sinn, ich werde vor der nächsten grösseren Fahrt das Radlager tauschen.

Im Wiki konnte ich nichts finden, die Suche war auch nicht sehr hilfreich, der Bucheli klingt fürchterlich kompliziert.

Was sollte ich an Spezialwerkzeugen haben?

Der Bucheli schreibt was von einem Zackenschlüssel. Muss man den haben / hat den Jemand?

Hat Jemand eine gute Schnittdarstellung von dem hinteren Radlager?

Grüße

ThoK hinteres Radlager defekt


hinteres Radlager - Reparatur

geschrieben von: ThoK

Datum: 08.11.09 15:45

Radlager-Repratur hinten


Achtung ! Hier beschrieben ist das hintere Radlager bis FG Nr. 128165. Bei späteren braucht man einen anderen Satz. Die Durchmesser haben sich verändert. Auch entfällt der Abstandsring und der Verschleißring.


Hallo,

hier mein Bericht von der Reparatur des hinteren Radlagers.

Ich habe neulich meine Handbremszüge gereinigt und geölt, da ich letztes Jahr massive Probleme mit Einfrieren der Handbremse hatte.

Dazu mussten natürlich die Trommeln runter und da sah ich auf der rechten Seite dreckige Fettreste auf der Nabe.


Also, Simmering kaputt und wenn nicht gewechselt, sicher auch bald Radlager kaputt.

Da Fett in der hinteren Bremse nichts zu suchen hat, musste ich natürlich was ändern.


http://archiv.mb100.de/images/2/24/ThoK_Radlager_hinten_1.JPG

Ich habe mir einen Radlagersatz QWB199 von QH bei KfzTeile24.de bestellt.

Das ist zwar bei weitem nicht der billigste, aber den billigsten Sätzen traue ich nicht über den Weg.

Hier kommt es doch sehr auf Material, Härtung und Passgenauigkeit an.

Wenn ich schon die Lager tausche, will ich danach auch Ruhe haben.

Der Satz ist völlig i.O.

Kann ich empfehlen.

Dazu gehört ein Innenlager (Groß), Ein Außenlager (Klein) und ein Simmering.

Das Fett sollte man einzeln besorgen.

Ich nehme bei Radlagern nur hitzefestes lithiumverseiftes Fett.

Einfaches Allzweckfett ist hier überfordert.

http://archiv.mb100.de/images/6/69/ThoK_Radlager_hinten_2.JPG


Also los ging es.

Ich bin bekennender Freiluftschrauber, glücklicherweise war es die Markisenseite.

Das Wetter war nicht toll.

http://archiv.mb100.de/images/8/8f/ThoK_Radlager_hinten_3.JPG

Dann mal Rad ab und Bremstrommel runter.

Die gehen bei mir eigentlich immer mit etwas ruckeln einfach ohne Hilfsmittel von Hand ab.

Anschließend vorsichtig mit großem Schraubenzieher und Hammer die Fettkappe runter.

Wenn die Trommel runter ist, geht das eigentlich ganz gut, da man von hinten klopfen kann.

http://archiv.mb100.de/images/b/b6/ThoK_Radlager_hinten_4.JPG

Dann die erste Mutter gelöst, Sicherungsblech entfernt und die 2. Mutter gelöst.

http://archiv.mb100.de/images/c/c6/ThoK_Radlager_hinten_5.JPG

http://archiv.mb100.de/images/7/77/ThoK_Radlager_hinten_6.JPG

http://archiv.mb100.de/images/7/7e/ThoK_Radlager_hinten_7.JPG


Als nächstes ging es an das Abziehen.

Mein Abzieher ist nicht der stabilste, ging aber einwandfrei.

Unter kleiner als 150 sollte er aber nicht sein.

http://archiv.mb100.de/images/6/6c/ThoK_Radlager_hinten_8.JPG

http://archiv.mb100.de/images/a/a7/ThoK_Radlager_hinten_9.JPG


Da offenbarte sich auch schon die Ursache.

Die Feder im Simmering defekt.

An den schwarzen Fettspuren erkennt man auch schon den, sich ankündigenden, Schaden.

http://archiv.mb100.de/images/6/65/ThoK_Radlager_hinten_10.JPG

http://archiv.mb100.de/images/7/75/ThoK_Radlager_hinten_11.JPG


Theoretisch hätte ich jetzt eigentlich nur den Simmering wechseln können, aber ich habe die Lager gleich mit gewechselt.

Also, das Lager, welches noch auf der Achse sitzt abgezogen und den alten Simmering entfernt.

http://archiv.mb100.de/images/7/73/ThoK_Radlager_hinten_12.JPG


Da kam auch der Verschleißring zum Vorschein.

Der bereitete mir vorher etwas Kopfschmerzen.

Die Bezeichnung weisst ja darauf hin, daß man den vielleicht auch wechseln sollte.

Das ist Quatsch, der verschleißt nicht.

Also, Simmering, Abstandsring und Verschleißring runtergenommen.

http://archiv.mb100.de/images/b/be/ThoK_Radlager_hinten_13.JPG

Als nächstes galt es die Lagerschalen vorsichtig mit dem großen Schraubenzieher und Hammer auszutreiben.

http://archiv.mb100.de/images/8/86/ThoK_Radlager_hinten_14.JPG

Alles schön gesäubert und die neuen Lagerschalen eingetrieben.

Als Hilfe eignen sich perfekt die alten Lagerschalen.

http://archiv.mb100.de/images/0/0a/ThoK_Radlager_hinten_15.JPG

Dann das innere Lager rein, alles gut einfetten, 30g Fett zwischen die Lager, Abstandsring und Simmering eintreiben (vorsichtig mit Brettchen).

http://archiv.mb100.de/images/b/b4/ThoK_Radlager_hinten_16.JPG

Dann den Verschleißring aufsetzen, das äußere Lager einfetten und aufsetzen und das ganze schön langsam auftreiben.

Dazu nimmt man am besten ein passendes Rohr.

http://archiv.mb100.de/images/9/9b/ThoK_Radlager_hinten_17.JPG

http://archiv.mb100.de/images/e/e8/ThoK_Radlager_hinten_18.JPG

http://archiv.mb100.de/images/7/78/ThoK_Radlager_hinten_19.JPG


Als nächstes habe ich schön nach Anleitung die Messuhr aufgesetzt.

Das ist aber Unfug.

Die Lager sitzen so straff, daß da kein Spiel messbar ist.

Also nach Anleitung 2 verfahren.

Die erste Mutter fest ziehen, 1/8 Umdrehung lösen und mit Sicherungsblech verstemmen.

Dann die 2. Mutter aufsetzen, mit 80 Nm anziehen und verstemmen.

So sollte sich ein Spiel von ca. 5/100 einstellen.


http://archiv.mb100.de/images/d/d9/ThoK_Radlager_hinten_20.JPG

Anschließend die Fettkappe etwas mit Fett füllen und wieder aufsetzen.

http://archiv.mb100.de/images/0/08/ThoK_Radlager_hinten_21.JPG

Nun alles schön wieder zusammenbauen und fertig ist`s.


Achtung ! Hier beschrieben ist das hintere Radlager bis FG Nr. 128165. Bei späteren braucht man einen anderen Satz. Die Durchmesser haben sich verändert. Auch entfällt der Abstandsring und der Verschleißring.

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geschrieben von: glöckchen

Datum: 13. August 2011 21:57

Hallo,

Radlager anziehen bzw. einstellen ist oft nur gefühlsache.

Lager von Hand anziehen.

Rad dabei drehen und hin und wieder mit der Hand gegen das rad "schlagen".

Wenn du das gemacht hast, nimmt du einen Passende Nuss und ziehst die Mutter etwas fest (Nicht volle Pulle anziehen!!!!!) ebenfalls das Rad dabei drehen.

Dann wieder lösen, dass du die Scheibe, die unter der Mutter ist, mit dem Schraubendreher hin und her schieben kannst (Ohne den Schraubendreher dabei als Hebel zu benutzen).

Wenn du das hast, Nimmst du das Rad in beide Hände (Oben und unten) und wackelst mal daran.

Es sollte ein Minimales Spiel spürbar sein. Ca. 2mm, wenn überhaupt.

Anderst kann ich das Leider nicht beschreiben. Ist eben Gefühlssache.

mfg

glöckchen



geschrieben von: hageo

Datum: 15. August 2011 13:13

Es gibt nur 2 Muttern und ein Sicherungsblech.

Reihenfolge von innen nach außen:

-Auf den Innenring des Außenlagers kommt eine Mutter

-Dann kommt der Sicherungsblechring.

-Damit es auch hält, zuletzt wieder eine Mutter.

-Und wenn das Lagerspiel endlich eingestellt ist, werden die Blechlappen so umgebogen, daß einige Lappen sowohl die innere als auch die äußere Mutter an den Flächen umfassen.

Um das ganze am verdrehen zu hindern, ragt auch ein Lappen in die Rille am Zapfen.

WICHTICH:

Bei den Lagerspieleinstellversuchen IMMER drauf achten, daß das Spiel nicht gegen Null oder sogar drunter geht.

Einmal ein bißchen zu fest zugedreht: Das Kegelrollenlager hat einen anfangs unsichtbaren Dauerschaden!! Die Dinger sind echt empfindlich.


Lieber ein bißchen zuviel Lagerspiel als zu wenig!!

Es ist überhaupt kein Fehler, wenn man beim rütteln am Reifen ein bißchen Spiel fühlt.

Das darf natürlich nicht soweit gehen, daß es klackert...aber irgendwo zwischen Null und klackern darfs ruhig liegen...

Grüße!

hageo







--Daktari 15:57, 8. Nov 2009 (CET)