Heizungsgeblaese-tauschen

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Haftungsausschluss


Da ich das Auto dringend brauche, habe ich mich heute einfach daran gemacht. Es ging einfacher als gedacht, aber vier Hände sind schon ganz hilfreich, so hab ich mit meinem Sohn zusammen geschraubt. In der ersten Beschreibung hatte ich einige nicht unwesentliche Handgriffe vergessen und noch ein Tipp: Lege die Schrauben eines jeden Bauabschnitts zusammen in eine leere Filmdose oder Plastiktüte. So ist beim Zusammenbau immer die richtige Schraube zur Hand. Und jetzt eine hoffentlich vollständige Version des Ausbaus:

  • 1. Batterie abklemmen (sicherheitshalber)
  • 2. Handschuhfach raus, Schrauben sind nach Öffnen des Fachs alle sichtbar. Dann Fach einfach rausnehmen.
  • 3. Instrumententafel lösen, zwei Schrauben an der unteren Kante rausdrehen.
  • 4. Instrumententafel ein Stück herausziehen und dann alle Steckverbinder zu den verschiedenen Schaltern und Instrumenten trennen. Ich habe die noch mit Ziffern unverwechselbar markiert, ist aber wahrscheinlich nicht nötig, da mechanisch unterschiedlich. Die Kabel des Lichtschalters habe ich drangelassen, aber den Schalter aus der Tafel gelöst: Drehgriff abziehen und dann die Sechskantmutter lösen, dann geht der Schalter nach hinten raus.
  • 5. Leerlaufversteller (kleiner Drehgriff im Armaturenbrett) kann unten am Gaspedal ausgehängt werden. Kunststoffteil in der Blechlasche nach unten herausdrücken, dann kann durch den Schlitz im Kunststoffteil der Bowdenzug herausgefädelt werden. Obere Befestigung ist geschraubt und muss ganz herausgedreht werden. Vorher die Einstellung markieren (Lackstift) oder die Umdrehungen beim Rausdrehen zählen. Danach hängt der Bowdenzug komplett am Einsteller in der Armaturentafel.
  • 6. Tachowelle lösen, Achtung, die ist verplombt. Ich bin mir über die Folgen eines unverplombten Tachos nicht sicher (strafbar?) Eigenes Risiko!!! Jetzt kann die Armaturentafel weggenommen werden.
  • 7. Um weiteren Platz zu schaffen können jetzt die Luftkanäle zu den Frontscheibendüsen, zu den Seitenscheibendüsen abgenommen werden (nur gesteckt). Die Düsen für den Fußraum sind mit je einer Schraube an der Motorverkleidung unten angeschraubt. Nach Lösen der beiden Schrauben können die auch abgenommen werden.
  • 8. Gesamte Verkleidung der Armaturen, Konsole? (weiß keinen bessere Bezeichnung...) lösen. Dazu vier Schrauben am Rand zur Frontscheibe bei den Lüftungsschlitzen raus, zwei Schrauben unter dem Einbaufach des Handschuhfachs raus, zwei Schrauben in der Öffnung der Armaturen an zwei Blechlaschen raus.
  • 9. Die Verkleidung des Wischer- und Blinkerschalters (zwei Teile) entfernen. Dann ist mehr Platz zum Rausnehmen der Konsole.
  • 10. Jetzt muss die Konsole lose sein. Zum besseren Herausnehmen die Handgriffe an der A-Säule abschrauben, je zwei Schrauben unter den Abdeckungen, die man leicht abklipsen kann. Die Verkleidung der A-Säule wegnehmen, dazu vielleicht den Kantenschutz von oben her abnehmen, der kleine Kunstoffwinkel an der Türoberkante kann abgezogen werden. Jetzt liegt der Heizungskasten frei zugänglich.
  • 11. Gesamte Heizungs- und Lüfterklappenmimik (Heizungskasten) lösen. Dazu drei Schrauben oben (links, mitte, rechts) und zwei Schrauben unten (links und rechts) rausdrehen. Unten sind die Muttern am Blech festgeschweißt. Heizungskasten hängt jetzt nur noch an den Wasserschläuchen für den Wärmetauscher.
  • 12. Zum Herausziehen des Wärmetauschers aus dem Heizungskasten die beiden Schrauben rechts am Wärmetauscher rausdrehen. Jetzt kann nach leichtem Schwenken des Heizungskasten gegen den Uhrzeigersinn (Lenkrad ist sonst im Weg) der Kasten nach links weggezogen werden, der Tauscher mit den Schläuchen muss gut festgehalten werden, um die Schlauchanschlussstutzen zu entlasten. Jetzt hast du die gesamte Heizungsmimik in der Hand.
  • 13. Nach Lösen von fünf Schrauben kann der Lüfterteil (Motor, Widerstände für niedrige Drehzahlen und Verkleidung der Tangentialgebläse) abgenommen werden.

Danach wusste ich, dass der Motor nicht zuverlässig anläuft oder auch schon mal stehen bleibt. Gleiche Symptome wie vor dem Ausbau --> Lüftermotor defekt. Ich hatte zuerst auch noch den Verdacht, dass irgend ein Schaumstoff- oder anderes Teil den Lüfter zeitweise blockiert..

Ich habe mir jetzt noch den Spaß gemacht, die Kohlen des Motors herauszunehmen. Da war mir klar, dass nach 16 Jahren und 300000 km schon mal was kaput geht...

Und oh Wunder, nachdem ich die Kohlen wieder eingebaut hatte, lief der Motor störungsfrei!!

Ich denke zwar, dass dies keine echte Reparatur ist, baue aber trotzdem Morgen alles wieder ein.... Mal sehen wie es in der nächsten Woche dann geht. Ich weiß ja jetzt, dass der Ausbau eine Sache von max. einer Stunde ist und will mir das Ersatzteil erst mal sparen, keine Ahnung, was das kostet.

(Original von Keffle: http://f23.parsimony.net/forum53376/messages/13424.htm )