Erl-Kutter

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Ein schönes Gedicht von Heinz:

Wer rattert so spät durch Nacht und Wind?

Es ist der Vater mit seinem Kind.

Der Sohn sitzt auf dem Dachträger sicher und warm:

der Vater fährt zickzack, dass Gott erbarm.

"Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?"

"Siehst, Vater, du den Laternenpfahl nicht?"

"Das Pfählchen, das kleine? Wozu das Geschrei?"

Schon saust er um Haaresbreite vorbei.

"Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht?

Es fängt an zu regnen. Wie brennt mein Gesicht!"

"Sei ruhig, ertrage den Regen mit Schneid!

Jetzt wirst du gewaschen, es war höchste Zeit!"

"Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort

die Gans auf der Straße? O scheuche sie fort!"

"Das Mistvieh, das seh' ich, ich bin doch nicht dumm!

Das gibt einen Braten, die fahr' ich gleich um!

Ich lieb' dich, mich reizt deine fette Gestalt,

und weichst du nicht willig, so brauch ich Gewalt!"

"Mein Vater, mein Vater, jetzt tut's einen Knall!"

Der Scheinwerfer splittert, ein Schrei und ein Fall...

Die Straße, die färbt sich vom Blute so rot;

das Söhnchen, das lebt, doch die Gans, die ist tot.

Den Vater, den graust's nach dem schrecklichen Rutsch.

Was nützt ihm die Gans? Der Kutter ist futsch!