Drehstablager-Wartung

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Drehstablager-Wartung

Hallo Kapitäne und Kapitäninnen (wenn denn da welche sind!),

hier kommt passend zum Wochenende (wir schreiben den 31. Januar 2004 01:59:01) die aktuelle Fotostory mit (hoffentlich!) scharfen Fotos von unserem Drehstab-Shooting:

Vorbemerkung: Die korrekten Bezeichnungen laut Ersatzteillliste kenne ich nicht, das Bücheli-Buch schlummert draußen im Auto und war eh` nicht sehr hilfreich bei dieser Aktion, ich fasse es mal in meine laienhaften Worte und hoffe auf berufenere Kreise, die daraus eine Reparaturanleitung basteln!


http://mitglied.lycos.de/trutte/mb100/bilder/DrehStory1.jpg

So sah die Location aus nach Entfernen des linken Vorderrades und des Stoßdämpfers, grobe Schmutzkrusten wurden entfernt, man blickt auf die Klemmhülsen der Lager, manchmal auch als Lagerschalen bezeichnet, zwei Stück pro Seite, die rechte hier etwas im Schatten, die linke unter der Stoßdämpfer-Befestigung. Der Achsschenkel ist noch mit dem Querlenker verbunden.


http://mitglied.lycos.de/trutte/mb100/bilder/DrehStory2.jpg

Hier wurden die Klemmhülsen aufgeschraubt, der Drehstab mit einem Holzkeil von der Karosserie abgehebelt, und der Blick auf die eigentlichen Lagerhülsen wird frei (vorher wurde der Achsschenkel aus dem Querlenker gelöst und die Antriebswelle abgestützt). Links auf dem Drehstab baumeln die Scheibe, die in einer Nut der Spannhülse sitzt und das Lager abschließt sowie der äußere linke O-Ring, der das Fett drinnen halten soll. Der innere linke O-Ring ist noch an seinem Platz rechts der Lagerhülse. Rechts vom Querlenker alles natürlich spiegelbildlich. Der Anschlagpuffer zwischen Rahmen-Vierkantrohr und Querlenker ist noch am Platz.


http://mitglied.lycos.de/trutte/mb100/bilder/DrehStory3.jpg

Die nackte Wahrheit, der Drehstab in seiner ganzen Blöße! Der Anschlagpuffer des Querlenkers wurde vom Vierkant-Rahmenrohr abgeschraubt, die Stellung der Verzahnung zwischen Drehstab und Querlenker mit Körner (gut angespitzt!) markiert und der Querlenker vom Drehstab nach rechts entfernt (zuvor kurzes, aber heftiges Tête-à-Tête mit Vorschlaghammer).


http://mitglied.lycos.de/trutte/mb100/bilder/DrehStory4.jpg

Der Querlenker mit den beiden "Lagerzapfen, auf denen sich die Lagerhülsen drehen (sollten!!!) Im Forum empfohlen wurde zur Säuberung feines Schmirgelpapier, bei uns half nur noch Bohrmaschine mit Drahtbürste, nachdem die Trennung von der Hülse durch Schweißbrenner vermittelt wurde.

http://mitglied.lycos.de/trutte/mb100/bilder/DrehStory5.jpg


Zu guter Letzt: die Lagerhülse. Innen sollte Fett sein, damit es zwischen ihr und dem Querlenkerzapfen gut flutscht, außen sollte sie gesäubert werden, um von den Klemmhülsen (Lagerschalen) gut festgehalten werden zu können.

Ich hoffe, diese Fotostory trägt zur Verdeutlichung der Drehstab-Lager-Wartung bei. Für heute viele Grüße und Gute Nacht Eure Oma Daggi



Ergänzung von Erich:

Drei wichtige Tipps zum VA-Drehstab-Lagerwechsel

Geschrieben von Erich am 12. Juli 2006 22:06:18:

Hallo zusammen,

obwohl das Erneuern der MB100-Schwachstelle an der VA hinreichend im Forum dargelegt ist, dennoch drei wichtige Punkte, die der geneigte, aber "ungelernte" Schrauber unbedingt beachten sollte:

1.) Nach dem Komplettausbau des oberen Querlenkers (zwingend notwendig zum Erneuern der Messingbuchsen !) ist es nicht immer einfach, die festgefressenen, alten Buchsen von ihren Lagerzapfen des Querlenkers zu lösen. Es geht locker auch ohne Brenner ! Tipp: Die Buchsen sind offen und halten nur formschlüssig ! Mit einem stabilen, aber dünnen Schraubenzieher seitlich unter den Bereich der Verbindung gehen, schon öffnet sich die Hülse, sperrt den Schnabel auf und geht locker vom Zapfen...

2.) Beim Reinigen der Lagerzapfen des Querlenkers unbedingt (!) die rundum verlaufende Nut reinigen (z.B. mit Schlüsselfeile o.ä.), sonst kommt später das Fett beim Abschmieren niemals dorthin, wo es soll...

3.) Beim Zusammenbau auf die Lage der jeweiligen blechernen "Abschlussdeckel" der Lagerung achten ! Die runden Teile haben am äußeren Umfang zwei um 180° versetzte Flächen. Tipp: Diese Deckel vor dem Anziehen der Lager-Halbschalen so drehen, dass eine der beiden Flächen nicht in Höhe des Schmiernippels sitzt, da ansonsten das Fett dort den schnellen Weg ins Freie sucht.

Ich habe gerade die Lagerung erneuert, da nichts mehr federte, dabei fiel mir halt o.g. auf.... -> Nichts für ungut, ich will mich nicht anbiedern und den Fachmann spielen. Aber vielleicht kann´s ja jemand brauchen.

Immerhin ist der Umbau nicht ganz ohne, da wärs doch Schade, wenn man nur kurz Ruhe hat.

Gruß, Erich


Ergänzung von Daktari:

Drehstab-Wiederbelebung

geschrieben von: Daktari

Datum: 23. März 2004 14:55


Hinweis auf: Bucheli, Seite 78 ff.

Bild 159 und so. Hier steht u.a. Ausstausch der Verschleißscheiben und der beiden "O"-Dichtringe (je Lager).

Bei der Version wie ich sie ausgeführt habe, kann man aufgrund der nur teilweisen Entfernung des Drehstabes natürlich nur die hinteren zwei Verschleißscheiben und die beiden O-Ringe wechseln. Die des vorderen Lagers bleiben "gefangen" auf dem Drehstab hängen. Sind aber hier gut zu bearbeiten und zu reinigen. Alleine hast du genug Platz im Radkasten.

http://archiv.mb100.de/images/1/1b/MB100FederungVorderachse07.2003.1_.jpg


rechts gut erkennbar: der O-Ring und daneben die Verschleißscheibe:

http://archiv.mb100.de/images/b/b7/MB100FederungVorderachse07.2003.4_.jpg


Ich hatte keine Probleme. Alle Teile waren absolut o.k. und wiederverwertbar.

Daktari



Ergänzung 3:

Reparatursatz Lager der Drehstabfederung

http://archiv.mb100.de/images/a/a6/Reparatursatz_Drehstabfederung_.JPG

http://archiv.mb100.de/images/e/e5/Rep.Satz_Drehstabfederung.JPG

http://archiv.mb100.de/images/b/b6/Rep.Satz_Drehstabfederung..JPG



Ergänzung von Stefan300TD:

Wer, wie ich, ungern auf Gussteilen prügelt nimmt zum Abziehen des oberen Querlenkers einen 2-Armabzieher: http://archiv.mb100.de/images/e/e5/Kutter_26072011_015.jpg



Weiterhin sollte man sich die Hohlschrauben, welche die Buchsen fixieren und in die die Schmiernippel geschraubt werden bereit legen (A 631 333 00 71).

Bei dem heutigen Patienten waren diese Hohlschrauben abgeschert (Buchsen haben mal mitgedreht) http://archiv.mb100.de/images/5/5a/Kutter_26072011_012.jpg



Zum Entfernen der Buchsen von den Lagerzapfen:

Hier brauchts weder Wärme noch ne Flex...Meisel und Schraubendrehen reichen.

Trennfuge suchen: http://archiv.mb100.de/images/7/74/Kutter_26072011_016.jpg



Meisel einschlagen: http://archiv.mb100.de/images/9/96/Kutter_26072011_018.jpg



Mit Schraubendreher die Fuge (Buchse) weiten und Buchse abheben: http://archiv.mb100.de/images/9/93/Kutter_26072011_019.jpg



Den Rest sollten wohl fast alle kennen :-( http://archiv.mb100.de/images/3/3e/Kutter_26072011_020.jpg



http://archiv.mb100.de/images/4/49/Kutter_26072011_021.jpg


Gruß

Stefan



Wartungsarbeiten von Daggi:

http://archiv.mb100.de/images/2/26/DrehStory1.jpg

http://archiv.mb100.de/images/0/07/DrehStory2.jpg

http://archiv.mb100.de/images/9/9d/DrehStory3.jpg

http://archiv.mb100.de/images/c/cf/DrehStory4.jpg

http://archiv.mb100.de/images/4/4a/DrehStory5.jpg



hier kriegt jeder sein Fett ab!

http://archiv.mb100.de/images/9/98/Schmierung100d.jpg Quelle: Mercedes



Siehe auch: Drehstablager-Anatomie