Drehstab aus-, einbauen

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Haftungsausschluss


geschrieben von: Unterfranke

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Datum: 19. April 2012 09:46

So, Höherlegung erfolgreich. Gebracht hat es ungefähr 3cm im Vergleich zu einem Serien MB100.

Hier mal grob die Vorgehensweise.

Zuerst der Ausgangszustand:

http://archiv.mb100.de/images/3/37/Drehstab_aus-einbauen.1.jpg


Bremssattel, Stoßdämpfer und Gummipuffer wurden bereits demontiert.

Als nächstes wird mithilfe eines Handelsüblichen M10 Gewindestabes der Querlenker nach oben gespannt.

http://archiv.mb100.de/images/7/75/Drehstab_aus-einbauen.2.jpg


http://archiv.mb100.de/images/0/07/Drehstab_aus-einbauen.3.JPG


http://archiv.mb100.de/images/e/e9/Drehstab_aus-einbauen.4.JPG


Die Schraube am Querlenker wird entfernt, mit einem Meisel das Auge ein wenig ausgespalten damit man den Achsschenkel aus dem Querlenker herrausnehmen kann. Den Querlenker kann man dazu schon gut nach oben Spannen, keine Angst, der Gewindestab hält mehr aus als man denkt.

Sehr Hilfreich ist dabei ein 17er Ratschenschlüssel.

Achtung, den Achsschenkel nach dem Trennen vom Querlenker abstützen damit die Antriebswelle nicht zu weit auseinandergezogen wird. Nun kann man einmal die Vorspannung des Querlenkers überprüfen. Dies kann man nur wenn der Achsschenkel und demontiert ist. Ich verwende dazu immer Selbstgemachte Winkel aus festem Karton. Der Querlenker sollte 17° zum oberen Vierkantrohr haben.

http://archiv.mb100.de/images/b/bf/Drehstab_aus-einbauen.5.JPG

Nun kann man die Haltebuchsen abschrauben und den Querlenker aus seine Lagerschalen herraushebeln. Idealerweise nimmt man die Messinghülsen und Gummis ab, damit diese nicht beschätigt werden.

Zum Abnehmen des Querlenkers muss dieser genügent Luft zu den Lagerschalen haben.

http://archiv.mb100.de/images/e/e8/Drehstab_aus-einbauen.6.JPG


http://archiv.mb100.de/images/8/8d/Drehstab_aus-einbauen.7.jpg


Jetzt kann man den Querlenker vom Drehstab abziehen. Dies kann mitunter ein sehr Zeitraubenter prozess sein, Erhitzen des Querlenkers und einige Berherzte Schläge auf die innenseite des Querlenkers führen aber irgendwann zum Ziel. Falls ein passenter Abzieher vorhanden ist, sollte dieser zur Hilfe genommen werden.

Sobald der Querlenker vorne abgenommen wurde, kann man den Drehstab ausbauen. Hierzu wird die Stoßstange demontiert und das Lagerauge gut Erhitzt. Mit einigen Kräftigen Schlägen nach hinten lässt er sich meist schneller als der Querlenker zum Herrausrutschen überreden.

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Falls man eben keine Zeit hat die Karroserie vom Fahrgestell abzuschrauben, sollte man nun die Drahtbürste in die Hand nehmen, idealerweise Rundbürste an der Bohrmaschine, und damit den Vorderen Zahnkranz Gründlichst von Rost und Verunreinigungen befreien.

Auch der Innenzahnkranz des Lagerauges sollte so behandelt werden.

http://archiv.mb100.de/images/0/01/Drehstab_aus-einbauen.10.JPG


Ich habe den Drehstab dann mit etwas Silikonspray geschmiert, im Auge angesetzt und mit einigen Leichten schlägen nach Vorne hinausgetrieben.

(Sprengring entfernen nicht vergessen)

http://archiv.mb100.de/images/7/75/Drehstab_aus-einbauen.11.JPG


Drehstab entnehmen und auch den andere Zahnkranz gut sauber machen. Je sauberer er ist, desto leichter läst er sich wieder einbauen.

Auch der Querlenker sollte gründlichst gereinigt werden, nicht nur die Lagerflächen, auch der innere Zahnkranz, damit der Einbau leichter fällt.


Den Querlenker kann man nun wieder mit Gummigs und Messingbuchsen versehen und einschrauben. Dabei daraug achten, das auch gut Fett zwischen Querlenker und Messinghülse kommt. Idealerweise beim Fetteinpressen den Querlenker mehrere male hoch runder bewegen bis man das gefühl hat, das nun überall Fett ist.

http://archiv.mb100.de/images/9/90/Drehstab_aus-einbauen.12.JPG


http://archiv.mb100.de/images/c/cf/Drehstab_aus-einbauen.13.JPG


Jetzt nehmen wir wieder unseren Gewindestab zur Hand und stellen damit das gewünschte Vorspannmaß ein, in meinem Fall waren es 20°, MB erlaubt bei den 24mm Drehstäben bis zu 21°.

Eine Schablone hilft auch hier wieder.

http://archiv.mb100.de/images/5/5e/Drehstab_aus-einbauen.14.jpg


Und hier der Vergleich zu den 17° der Werksvorspannung

http://archiv.mb100.de/images/b/b3/Drehstab_aus-einbauen.15.JPG


Nun noch mal die Zahnkränze gut schmieren, damit alles gut Flutscht, und von vorne den Drehstab einschieben. Diesen solange vorsichtig drehen bis er die ersten paar Millimeter per Hand in die Zahnkränze ruscht. Jetzt noch einmal das Maß überprüfen und zur Not neu ansetzen. Denn Rest erledigen ein paar Sanfte Hammerschläge. Sicherungsringe wieder einbauen!

http://archiv.mb100.de/images/e/e2/Drehstab_aus-einbauen.16.JPG


Und fertig!

http://archiv.mb100.de/images/8/82/Drehstab_aus-einbauen.17.JPG


Nicht nur beim Höherlegen kann man so Vorgehen, auch beim Tausch der Drehstäbe.

mfg

Christian



geschrieben von: Armin

Datum: 19. April 2012 11:03

Hallo alle,

Ich hab das ganze auch grad hinter mir, und bei mir ging das Einfädeln (Drehstab-Zahnkränze in Querlenker-/Rahmenzahnkranz) auch mit mehr oder weniger sanften Hammerschlägen erst mal gar nicht.

Fester kloppen wollte ich nicht, also habe ich mit Taschenlampe und Zahnarztspiegel seitlich in den Querlenker reingelinst und dann mit kleinen Schlägen auf den Querlenker so lange feinjustiert, bis die Verzahnung wirklich perfekt gefluchtet hat. Sozusagen 17° plusminus diverse Winkelminuten

Dann erst hat sich bei mir der Drehstab reinklopfen lassen.


Vielleicht hilft's ja jemandem.


Noch was grundsätzliches: Ich hatte zum Querlenkerausbau den Drehstab zuerst drin gelassen und nur mit Holzstück weggehebelt. Geht schon, aaaber ... da ich diverse Querlenker mehrmal rein- und rausbauen mußte, bis es endlich gepaßt hat, habe ich irgendwann entnervt den den Drehstab rausgenommen.

Inzwischen würde ich es von Anfang an so machen: Querlenkerproblem - Drehstab raus.


Bei mir war am vorderen Zahnkranz ganz schön Rost sichtbar, deshalb hat sich der Drehstab auch nach deftigen 5-kg-Hammerschlägen erst mal nicht gerührt. Ich habe dann oben radial in die Rahmen-Aufnahme reingebohrt (bis in den Drehstab), Kriechöl reinlaufen lassen, nach vielen Stunden erhitzt und mit dem 5-kg-Hammer und Zwischenlage den Drehstab nach Fahrtrichtung hinten rausgehauen, wie Christian und Ralf halt. Ging gut. Jederzeit wieder!

Nach der Reinigung der Zahnkränze habe ich sie mit Fluid-Film-Gel gefettet und dann eingebaut. Das Bohrloch habe ich mit Fluid-Film gefüllt, dann oben abgewischt, entfettet und mit Butylkautschuk zugeklebt (lag noch rum vom Dachfenster-Einbau). Seegerring und Frontseite habe ich auch mit FF-Gel zugeschmiert.

Grüße

Armin


geschrieben von: Funman

Datum: 19. April 2012 11:29

Hallo Armin,

hast Du die Hitze schon vor dem Bohren angewendet?

Wenn nein, dann behaupte ich jetzt mal, der Stab wäre auch ohne das Anbohren und ohne das Öl fast genauso gut rausgegangen. Hitze wirkt nämlich Wunder.

Das Auge punktuell mit Schweißbrenner erhitzen, und es dehnt sich (einseitig) aus.

Grüße, Hajo

der gerade eine Spurstangenmutter so gelöst hat.




geschrieben von: blacky

Datum: 19. April 2012 15:31

Hallo,

ich hatte den Querlenker sogar bei ca. 24° eingebaut (Drehstab D=24mm war ziemlich ermüdet) d.h. um einen Zahn versetzt,und habe nun wirklich mehr Bodenfreiheit. Im unbeladenen Zustand ca. 180 mm lichter Abstand unter den unteren Querlenkeraufnahmen.

Die Antriebswelle ist ohne Fahrer nun fast horizontal, mit Fahrer und beladen horizontal. Und der Ausfederweg ist auch noch üppig. Ich fahre allerdings fast immer mit hoher Vorderachslast.


Grüße

Blacky










--Daktari 12:22, 19. Apr 2012 (CEST)