Bremstrommel-ab

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hier eine vollständige "Demontage- bzw. Einstell-"anleitung für die Hinterradbremsen beim MB100 Bj.'91:

Bremstrommeln abbauen.

1. Handbrems-Bowdenzug am "Waagscheit" unter dem Wagenboden lockern, bis er schlapp durchhängt


2. Durch Inspektionsloch in der Trommel mit Schraubendreher den Nachsteller zusammenfahren. Nachsteller immer nach innen d.h. in Richtung zum Fzg. drehen!


3. Fixierschrauben (2 x M6) von der Trommel abschrauben


4. 2 x M8-er Schrauben in die entsprechenden Bohrungen in der Bremstrommel einsetzen (sie befinden sich außerhalb der Nabe, aber in der Trommel) und gleichmäßig und vorsichtig anziehen. Wenn es arg klemmt: Rostlöser in den Spalt zwischen Nabe und Trommel sprühen und ca. 10 min einwirken lassen. Dann mit einem kräftigen HOLZHAMMER die Bremstrommel gleichmäßig abklopfen - keinen Schlosserhammer verwenden, obwohl das die Profis sehr gerne tun; die Trommel ist ja immerhin aus Gußstahl, der kann schon mal springen!


5. Schrauben weiter eindrehen, bis sich die Trommel von der Nabe löst.


6. Handbremszug an den Belägen aushängen, Beläge vom Bremsanker abnehmen


7. Inspektion der Beläge und der Wirksamkeit des Nachstellers: Nachsteller durch Betätigung der Fußbremse checken (2 Personen nötig!) Inspektion der Beläge auf Verschleiß, Verglasung, Risse etc.


8. Zusammenbau in umgekehrter Reihenfolge, JEDOCH: Nach dem Wiederaufsetzen der Bremstrommel und der Fixierung durch die beiden M6-er Schrauben: Inspektionsstopfen an der Rückwand des Bremsankers abnehmen; Fühlerlehre (1 mm) zwischen Bremsbelag und Bremstrommel einlegen und JETZT mit dem Nachsteller die Bremsbacken anlegen, bis die Fühlerlehre sich saugend ausziehen läßt (Grund: Der Nachsteller braucht eben diesen 1 mm Luft, um arbeiten zu können. Ein Unterschreiten dieses Abstandes ergibt u.a. die wildesten Bremsbilder; die Profis verwechseln die dabei auftretenden Wärme-Effekte gern mit Radlagerdefekten - hab' ich selbst schon erlebt, war garnicht so lustig; und das dann in Frankreich. Die oben beschriebenen Maßnahmen hab' ich dann SELBST in telefonischer Rücksprache mit meiner Werkstatt zuhause auf dem Campingplatz durchgeführt - war alles sehr nett - kann ich euch sagen!)


9. Fußbremse ein paar mal betätigen (wg. Nachsteller; der legt nämlich jetzt erst die Beläge im RICHTIGEN Abstand an die Trommel...!)


10. Länge des Handbremszuges am "Waagscheit" so einstellen, daß die Backen bis zum 5. Zahn anlegen und am 9. Zahn fest sind (Fzg. hinten hochbocken, damit sich die Räder frei drehen können!) Keinesfalls den Handbremszug strammer einstellen - das gibt qualmende Bremsbeläge!


Anmerkung wg. Abbau der Bremstrommeln: Die M8-er Löcher stellen also im Zusammenwirken mit den "Zusätzlichen " Schrauben einen integrierten Trommel-Abzieher dar - das wissen manchmal nich mal die MB-Mechaniker - hab' ich selbst in einer MB-Niederlassung gesehen; die dreschen dann - siehe Anweisung oben! - mit eben dem großen Schlosserhammer auf der Bremstrommel rum, daß es einem den Magen umdreht. Fachleute eben...!

Gruß Roman

(Originalvon Roman)


Was nicht im Büchli steht:

! möglichst kein Handfett an Beläge und Trommeln

! Beläge und Trommeln anrauhen mit 100er Schmirgel

! Hebel an den Backen müssen leichtgängig sein

! bei alten Trommeln sind die Kanten der Beläge mittels Feile zu brechen

! Rostrand der Trommeln brechen

! Trommel unrund wird meist beim Einstellen mit neuen Belegen gemerkt

! M8er Gewinde nachschneiden und mit Kupferfett "abdecken"

! Feuchte Staubkappen der Radzylinder bedeuten den nahen Ausfall

! zuerst Grundeinstellung der Beläge vornehmen mit der Rändelschraube dann Handbremse auf den "Zahn" stellen (ich nehm den dritten) sodass sie beim nächsten Zahn gleichseitig fest iss, wenn nicht, funktioniert das mit den alten Trommeln und Handbremsseil nicht

! nach allen Bremsarbeiten erst mal Pedaltest

grüze ralf


(Originalvon ralle)